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„Shootingday“ Weißensee 2016 – Teil III

Studierende der Fotografie und Bildredaktion an der Ostkreuzschule erarbeiten in einem gemeinsamen Projekt die Nahaufnahme eines Bezirks.

Anfang Oktober fand zum fünften Mal der alljährliche Shootingday Weißensee statt. Die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Bild dieses facettenreichen Bezirkes ermöglichte auch diesmal das Entstehen spannender Auseinandersetzungen. Rund um den Stadtteil, wurden insgesamt 18 ganz unterschiedliche Fotoarbeiten realisiert. Das Kooperationsprojekt zwischen Fotografiestudenten/-innen des zweiten Jahres und der Klasse Bildredaktion nimmt mittlerweile einen festen Platz im Ausbildungsprogramm an der Ostkreuzschule für Fotografie ein und bildet für beide Seiten einen professionellen Rahmen für spätere berufliche Alltagssituationen.

Im Vorfeld recherchierten die Bildredakteure jeweils Themen, suchten Locations, setzten sich mit Ansprechpartner in Verbindung und holten Genehmigungen ein. Am Ende wurde aus all diesen Informationen ein Briefing für den Fotografen erstellt. Das Briefing ist Grundlage für die praktische und persönliche Umsetzung und wird erst kurz vor dem Fototermin übermittelt. Inhaltliche und technische Vorgaben sowie die Einhaltung einer Deadline werden vorausgesetzt und stellen die Fotografiestudenten/innen vor eine Herausforderung, der sie auch im Berufsleben täglich begegnen werden. Improvisation und Konzentration sind gefragt, und die Fotografen sind angehalten, trotz Zeitdrucks immer wieder das Beste aus der Situation zu machen.

Dieses Jahr nahmen die Fotografie-Fachklassen von Ute Mahler und Sybille Fendt am Shootingday teil. Alle entstandenen Foto-Essay wurden nach dem Einreichen des Bildmaterials von den Bildredakteuren/-innen editiert. Als Resultat wurde in großer gemeinsamen Runde eine vielseitige Slideshow präsentiert. Ein wichtiger Punkt dabei nahm das persönliche Feedback ein.

Als letztes möchten wir die Fotoarbeit „Dr. Neubert – Flüssiges Obst, die vom Fotografen Matthias Durynek fotografiert wurde vorstellen. Die Familie Neubert hat sich seit 100 Jahren den Gemüsen und Früchten verschrieben. Erst in Bienowitz in Polen als Gurken und Sauerkrautfabrik eröffnet, produziert Dr. Neubert heute in Berlin-Weissensee hauptsächlich frisch gemosteten Apfelsaft in kleinen Mengen. Matthias Durynek hat in seiner Serie die Athmosphäre dieses stimmungsvollen und historischen Ortes mit interessanten Bildern und außergewöhnlichen Perpektiven auf die Produktion auf den Punkt gebracht. Der Geruch von frischen Äpfeln und dem leicht säuerlichem Most steigt einem beim Betrachten förmlich in die Nase und kitzelt den Gaumen.

_01_dsc6727 _02_dsc6602 _03_dsc6611_04_dsc6663  _05_dsc6643 _07_dsc6757_09_dsc6630

Matthias Durynek zu seinen Erfahrungen während des Shootingday Weißensee:

OKS-lab: Wie war es für Dich, diesen Auftrag unter Zeitdruck auszuführen?Die einzige zeitliche Begrenzung die entstand, war die limitierte Zeit der Abfolge aller Arbeitsschritte. Ich wurde jedoch vorab über den Ablauf informiert und war somit gut vorbereitet.

Was hat dich am Thema der Saftherstellung mitten in der Stadt interessiert – welche Inspiration stand hinter deinen Bildern?

Der Betrieb an sich war sehr inspirierend, da dort mit viel Liebe und Handwerk gesunde Lebensmittel entstehen. Alles geschieht in einem Innenhof und in familiärer Zusammenarbeit. Die Maschinen sind teilweise aus den 20er Jahren und sind seitdem in Betrieb. Man hat das Gefühl, man befindet sich auf einem Bauernhof, nur ohne Tiere und mitten in der Stadt. Genau diese Gegebenheiten haben mich interessiert.

Wie war für dich die Zusammenarbeit mit einem Bildredakteur?

Ich empfand es als sehr erfrischend, da meine Auswahl und Reihenfolge der Serie, ohne einen Bildredakteur, eine andere gewesen wäre. Dadurch wurde das Ergebnis erzählerischer und weniger abstrakt. Das Briefing war abgeklärt, ließ mir jedoch genügend Freiheit für meine eigene Vorstellung. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit war sehr bereichernd.

http://cargocollective.com/MattDury

http://www.instagram.com/matt_dury/

Alle Fotografen/-innen des „Shootingday“: Lars Bösch, Miguel Brusch, Claudias Bühler, Marie Capesius, Matthias Durynek, Agata Guevara, Martin Heiden, Jana Kiesser, Paul Kirchmeyr, Marco Leitermann, Maidje Meergans, Annemie Martin, Jana Nolle, Adrian Rheinländer, Tim Alexander Schmelzer, Laura Spes, Anna Szkoda, Sebastian Wells, Jasmin Wolff

Betreuende Bildredakteure/-innen: Annika Börm, Bernd Diekjobst, Anna Digovec, Cale Garrido, Anastasia Hermann, Elisabeth Jaletzke, Anje Kirsch, Claudia Konerding, Tobias Laukemper, Alba Morassutti, Uta Oettel, Waldemar Salesski, Miriam Zlobinski

Vielen Dank an Alle für die gelungene Zusammenarbeit!