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Portfolio Walk in den Deichtorhallen

Am 23. Mai 2014 hatten zehn Student/-innen der Ostkreuzschule die Gelegenheit, anlässlich der Ausstellung von Ute und Werner Mahler in den Deichtorhallen in Hamburg beim Portfolio Walk über ihre Arbeiten zu sprechen, darunter Jakob Ganslmeier. Jakob ist seit 2011 an der OKS und macht dieses Jahr seinen Abschluss. Hier schildert er seine Eindrücke vom Portfolio Walk.

Jakob Ganslmeier

Jakob Ganslmeier, Ostkreuzschule beim Portfolio Walk in den Deichtorhallen in Hamburg, Foto: Kevin Fuchs / Yana Wernicke

Prof. Ute Mahler hat uns zum Portfolio Walk in den Deichtorhallen am 23. Mai eingeladen. Grundsätzlich gab es hierfür keine Auswahlkriterien. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine klare Vorstellung, was mich erwartet, aber da man ja irgendwie jede Chance wahrnehmen sollte und ich es als Übung für später verstand, habe ich Ute eine E-Mail geschrieben und durfte prompt teilnehmen.

Eineinhalb Wochen davor sind noch ein paar weitere Eckdaten dazu gekommen wie zum Beispiel: Jeder zeigt eine Arbeit, nicht über 25 Bilder. Es wurden zehn Studenten der Ostkreuzschule und zehn Studenten aus Hamburg von der Hochschule für Angewandte Wissenschaft zugelassen; die Hamburger Studenten haben die Veranstaltung organisiert und die Redaktionen eingeladen.

Und so setzte ich mich mit Sibylle Fendt, meiner Abschlusslehrerin, zusammen und machte eine Auswahl meiner Abschlussarbeit (Arbeitstitel: Bilder im Kopf), die sich mit deutschen Soldaten mit posttraumatischen Belastungsstörungen beschäftigt und mit der Frage, wie die heimgekehrten Afghanistan-Veteranen mit ihrem sozialen Umfeld umgehen (Anm. der Red.: OKS-lab wird noch detailliert über die Abschlussarbeiten der OKS-Absolventen berichten). Ich kaufte drei Packungen Color-Papier und mietete mich gleich viermal ins Labor ein.

Am 22. Mai, nach einer Woche voller Nachtschichten und einem Gespräch mit Ute, war ich endlich fertig – jetzt nur noch Visitenkarten stempeln und eine Schachtel kaufen. Um halb zehn abends kam noch Sibylle bei mir vorbei und machte mit mir die finale Auswahl (So was passiert nur an der Ostkreuzschule, glaub ich!). Nach und nach stieg die Aufregung – jedoch hatte ich das Gefühl, ganz gut vorbereitet zu sein.

Am 23. Mai fuhren wir vormittags um halb elf Richtung Hamburg. In Ute und Werner Mahlers Ausstellung fanden wir Tische vor, die in den ganzen Räumlichkeiten verteilt waren. So wurde die Ausstellung belebt und jeder hatte seinen Freiraum, um seine Bilder auszulegen.

Als die ersten Leute kamen, um sich die Bilder anzuschauen, wusste man zwar nicht immer, ob die Person auf der anderen Seite des Tisches ein Student, ein Ausstellungsbesucher oder Bildredakteur war. Das spielte aber auch nicht die große Rolle, weil viele einfach mit einem über die Bilder sprechen wollten.

Während der nächsten fünf Stunden kamen eine Menge Bildredakteure, von der ZEIT über den SPIEGEL bis zur GEO. Die Gespräche über die Arbeit waren sehr konstruktiv. Was besonders auffiel, war, dass es sehr viele Interessierte gab, die sich die Zeit genommen haben, die Bilder genau anzuschauen. Dazu ist es ein netter Nebeneffekt, dass Bildredakteure zu einem kommen und nicht anders herum. Ich habe viele neue Kontakte mitgenommen und mir vorgenommen, diese Bildredakteure nach der Abschlussarbeit mit meiner fertigen Mappe zu besuchen. Das Feedback hat sich dadurch unterschieden, dass die Bildredakteure entweder interessiert empathisch waren oder verhalten interessiert. Ich hatte den Eindruck, dass meine C-Prints durchaus Eindruck hinterlassen haben und dass mein Thema und meine Bilder bei sehr vielen auf Interesse gestoßen sind. Dementsprechend war auch das Feedback ziemlich gut, so zum Beispiel zum Symbolgehalt meiner Arbeit bei diesem sensiblen Thema.

Schließlich hat noch Ingo Taubhorn (Kurator Haus der Photographie) jede der 20 Arbeiten ganz ausführlich mit den Autoren besprochen – von der Bildauswahl über die Präsentationsform bis zu Publikationsmöglichkeiten. Das war auf jeden Fall eines der interessantesten Gespräche dieses Tages, insbesondere, weil er sich sehr viel mit Präsentationsmöglichkeiten beschäftigt und aus seiner Erfahrung Tipps und Hinweise gegeben hat. Er ist sehr auf uns Studenten eingegangen. So hat er mich zum Beispiel in meiner Absicht bestärkt, die Bilder meiner Abschlussarbeit in unterschiedlichen Größen und in nicht gereihter Wandhängung auszustellen.

Um den Tag ausklingen zu lassen, wurden wir von Robert Morat (Gründer der Robert Morat Galerie), der am selben Abend eine Ausstellung mit Ute und Werner Mahler in seiner Galerie eröffnet hatte, noch zu Hause auf etwas zu trinken eingeladen. Wir fuhren voller Eindrücke und neuer Erkenntnisse nach Hause.

Im nächsten Schritt möchte ich meine Arbeit fertig machen – das bedeutet, fertig editieren, mir sinnvolle Konzepte für mein Buch und die Ausstellungswand überlegen und mein Portfolio abschließen. Damit möchte ich nach meinem Abschluss zu den Redaktionen fahren und mich dann für den ein oder anderen Wettbewerb bewerben wie zum Beispiel für den Aftermath Project Award. Der Portfolio Walk in Hamburg war in dieser Form ein einmaliges Ereignis und hat mir neue Impulse und Motivation gegeben.

Hamburger Studentin, Foto: Jakob Ganslmeier

Hamburger Studentin, Foto: Jakob Ganslmeier

Kevin Fuchs, Ostkreuzschule, Foto: Jakob Ganslmeier

Kevin Fuchs, Ostkreuzschule, Foto: Jakob Ganslmeier

Studenten der Ostkreuzschule, Foto: Kevin Fuchs / Jakob Ganslmeier

Studenten der Ostkreuzschule, Foto: Kevin Fuchs / Jakob Ganslmeier

Werner Mahler mit Studentin, Foto: Jakob Ganslmeier / Kevin Fuchs

Werner Mahler mit Studentin, Foto: Jakob Ganslmeier / Kevin Fuchs

Yana Wernicke, Ostkreuzschule, Foto: Aras Gökten / Adelaide Ivánova

Yana Wernicke, Ostkreuzschule, Foto: Aras Gökten / Adelaide Ivánova

Portfolio Sichtung, Foto: Aras Gökten / Werner Mahler

Portfolio Sichtung, Foto: Aras Gökten / Werner Mahler

Jakob Ganselmeier, Foto: Aras Gökten / Nancy Göring

Jakob Ganselmeier, Foto: Aras Gökten / Nancy Göring

Anmerkung der Redaktion:
Im Januar 2015 wird wieder das jährliche Portfolio Review an der Ostkreuzschule stattfinden. Fotostudenten der OKS haben Gelegenheit, ihre Arbeiten den (angehenden) Bildredakteuren der Klasse „Bildredaktion“ zu zeigen und konstruktives Feedback und Tipps zu erhalten. Jakob war im Januar 2014 mit dabei. Wir wünschen ihm für seine Arbeit viel Erfolg!