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Ritter der Landstraße

Von Januar bis Februar 2017 hat sich Mika Völker, Student an der Ostkreuzschule für Fotografie, an seiner Serie ‚Ritter der Landstraße‘ gearbeitet. Für diese war er auf Rastplätzen im Umkreis von Berlin unterwegs und hat sich mit dem Beruf des LKW-Fahrers auseinander-gesetzt. Wir zeigen euch einen Teil seiner Serie.

 

 

5 Fragen an Mika Völker zu seiner Serie „Ritter der Landstraße“.

OKS: Was hat dich zu dem Projekt Ritter der Landstaße veranlasst?

Mika Völker: Eine gewisse Faszination für den Beruf des LKW-Fahrers war bei mir immer schon vorhanden. Sie sind oft tagelang hauptsächlich alleine unterwegs, arbeiten oft unter schlechten Bedingungen und haben trotzdem eine große Leidenschaft für ihren Beruf.

Wie hast du zu den dargestellten Personen Kontakt aufgenommen? 

Ich habe mich stundenlang auf Rastplätzen in Berlin und Umgebung rumgetrieben und bin dort auf die Personen zugegangen, die mich am meisten interessiert haben. Da dies für die Fahrer natürlich wertvolle Freizeit zwischen langen Touren bedeutet, gab es einige die kein Interesse an einer Unterhaltung, geschweige denn an einem Porträt hatten.

Gibt es besondere Anekdoten, die mit diesem Projekt verbunden sind, oder Geschichten, die die dargestellten Personen dir erzählt haben? 

Nachdem ich gerade das Foto von einem überaus passionierten Fahrer gemacht habe, parkte, wie es der Zufall so wollte, sein Bruder neben uns im eigenen LKW. Nur sehr wenig Überzeugungsarbeit war zu leisten, um die beiden dazu zu bringen, dass ich sie gemeinsam fotografieren konnte. Sie erzählten mir dann, dass sie aus einer Familie von LKW-Fahrern stammen. Einschließlich Mutter, Vater und Schwester.

Wie viel Zeit hast du für diese Reportage gebraucht?

Ich war circa zwei Monate lang regelmäßig auf Rastplätzen unterwegs. Dazu kommen dann noch viele Stunden im Labor.

Welchen Eindruck sollte der Betrachter deiner Fotos mit nach Hause nehmen? Welche Botschaft möchtest du mit dieser Arbeit übermitteln?

Ich wollte einen Einblick in ein Berufsfeld geben, das in der öffentlichen Wahrnehmung untergeht und vor allem von diversen Vorurteilen geprägt ist. Durch meine Porträts der Fahrer wollte ich ihren Stolz, aber auch die mit dem Beruf verbundene Einsamkeit festhalten. Während meiner Arbeit lernte ich viele interessante Persönlichkeiten kennen, die eine große Leidenschaft für ihren Beruf verspüren. Diese habe ich versucht wiederzugeben.

Mika Völker wurde 1992 in Berlin geboren. Vom vierten bis zum neunten Lebensjahr lebte er in Bloxham, England. Bevor er 2016 sein Studium an der Ostkreuzschule für Fotografie begann, arbeitete er als Kameramann und Mediengestalter für Bild und Ton.