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Ankündigung – Tag der offenen Tür und Portfolioberatung

Die Ostkreuzschule für Fotografie lädt am 29.04. alle Interessierten zum Tag der offenen Tür ein. An diesem Tag haben alle Studieninteressierten die Möglichkeit einen Eindruck von der Ostkreuzschule zu gewinnen und mit Professoren/-innen und Studenten/-innen zu sprechen.

Zusätzlich zum Tag der offenen Tür findet in diesem Jahr zum ersten Mal eine Portfolioberatung bei Clara Bahlsen statt. Die Beratung richtet sich an alle Fotografen, die ihr Portfolio für Bewerbungen zusammenstellen oder überarbeiten wollen. Oks-lab sprach mit Thomas Sandberg und Clara Bahlsen über das Studium an der Ostkreuzschule und die Portfolioberatung.

Thomas Sandberg zur Basisklasse

OKS-lab: Für wen ist die Basisklasse an der OKS das Richtige?

Thomas Sandberg: Die Basisklasse an der Ostkreuzschule ist ein bildnerisches Grundlagenstudium in Fotografie. Das Studienangebot richtet sich an Bewerber, die sich aufmachen ernsthaft mit dem Medium Fotografie zu beschäftigen. Dabei ist es gleichgültig, ob sie später mit der Fotografie ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen oder die Fotografie ausschließlich als Passion weiter betreiben wollen.

OKS-lab: Was unterscheidet das Angebot an der OKS von anderen Schulen?

Thomas Sandberg: Die Studienform mit zwei mal drei Tagen Pflichtpräsenz im Monat und dazwischen den unterrichtsfreien Blöcken, ermöglicht es den Studenten neben dem Studium einem Broterwerb nach zu gehen. Außer den sechs Tagen mit Lehrerpräsenz haben die Studenten die Möglichkeit, die Räume und Werkstätte der Schule 24/7 zu nutzen, um ihre Projekte zu verwirklichen.

Alle Dozenten der Schule sind Praktiker. Sie hatten selbst ein Studium an einer Kunsthochschule absolviert und danach viele Jahre erfolgreich als Fotografen in unterschiedlichen Feldern und Genres gearbeitet. Nach dem Grundstudium legen die Lehrer bei jedem einzelnen Studenten besonderes Augenmerk auf die Ausbildung einer persönlichen Bildsprache. Wie bei einem Musiker die Arbeit mit dem Instrument, so steht im Mittelpunkt des Studiums die Symbiose des Fotografen mit der gewählten Kamera.

Jedes Genre der Fotografie kann betrieben werden. Seien es angewandte Bereiche der Fotografie, wie Fotojournalismus oder freie Bereiche, wie die Fotografie als künstlerisches Ausdrucksmittel. Begleitet wird das Studium mit dem Erwerb praktischer Erfahrungen in der redaktionellen Arbeit oder der Buch- und Ausstellungsgestaltung. Zum Abschluss realisiert jeder Student eine eigene fotografische Arbeit, die in einer gemeinsamen selbst produzierten Ausstellung gezeigt wird. Diese Ausstellung ist in Berlin stets ein viel beachtetes Ereignis.

Unterricht an der Ostkreuzschule bei Thomas Sandberg, Foto: Mara von Kummer

OKS-lab: Es gibt so viele Fotografen, was muss man außer Talent mitbringen, um Fotograf zu werden?

Thomas Sandberg: Ein bildnerisches Talent ist natürlich eine Voraussetzung, aber wie in jeder Kunst, ist Talent alleine nicht ausreichend. Andere Eigenschaften, wie die Fähigkeit zielstrebig eigene Projekte zu verwirklichen oder zum Beispiel auch Misserfolge zu verkraften und in positive Erfahrungen umzuwandeln, sind nicht nur genauso wichtig, sondern oft der Schlüssel zum Erfolg. Gute Allgemeinbildung, Medienkompetenz und Teamfähigkeit sind Selbstverständlichkeiten, die kaum noch erwähnenswert sind.

Wichtig ist, das Augenmerk auch darauf zu legen, dass ein Fotograf zu sein, zuweilen eine einsame Sache ist. Fotografen sind Solisten, die ihren eigenen Überzeugungen und Visionen folgen müssen.

Klar im Vorteil sind solche, die in der Lage sind, andere von ihren Projekten zu überzeugen und diese zu Komplizen für das Gelingen zu machen. Das alles und vieles mehr, bringen nur wenige von Anfang an mit. Aber es ist zum Glück erlernbar und die Ostkreuzschule ist ein Ort, wo gerade diese Dinge, die scheinbar am Rande liegen, thematisiert und den Studenten vorgelebt werden.

Clara Bahlsen zur Portfolioberatung

OKS-lab: Wem würdest du die Portfolioberatung empfehlen?

Clara Bahlsen: Ich glaube, dass eine Portfolioberatung immer dann hilfreich ist, wenn man selbst das Gefühl hat nicht mehr klar auf die eigene Arbeit blicken zu können. Eine Person, die emotional nicht mit den Bildern involviert ist, sondern eher nach formalen Kriterien editiert und in erster Linie sieht, was die Bilder zeigen, ist dann von großem Wert. Man selbst ist mit der eigenen fotografischen Arbeit und deren Themen schon lange und intensiv beschäftigt. Es ist es wichtig zu überprüfen, wie eine Person die Arbeit sieht, die nichts darüber weiß, aber dennoch einen intensiven fotografischen Background hat.

Ich denke, dass eine fotografische Arbeit nur mit der richtigen Bildedition ihre volle Stärke entwickelt. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass die Edition und das Fotografieren gleich wichtig sind. Beim Editieren kann ich helfen, denn darin liegt eine meiner Stärken. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass viele Fotografen und Künstler häufig allein arbeiten und gerade am Anfang ihrer Karriere nicht immer in einem professionellen Arbeitsumfeld.

Jede Situation, in der man die eigene Arbeit zeigen oder vorstellen kann, ist deshalb wichtig. Mit der Zeit entsteht so eine gesunde Selbstsicherheit im Bezug auf das eigene Werk und dessen Präsentation. Eine Portfolio Beratung ist darum nicht nur für Anfänger sinnvoll, die sich das erste Mal an einer Hochschule bewerben wollen, sondern auch für Fortgeschrittene, die Hilfe bei der Bildedition oder bei der Auswahl ihrer Projekte suchen.

OKS-lab: Was sind die meisten “Dont’s”, die bei Portfolios gemacht werden, also kannst du vorab einen Tipp geben, was man nicht machen sollte?

Ich glaube, dass es ganz generell keine „Dont’s“ gibt, solange alles insgesamt stimmig ist. Problematisch sind zu viele und schlecht editierte Bilder. Vergleichbar mit jemandem, der sehr viel redet, die Frage aber nicht beantwortet. Die Person, der man sein Portfolio zeigt, ist neugierig und interessiert. Diese Situation kann man nutzen, wenn man in einfacher klarer Sprache von dem zu erzählen weiß, womit man sich beschäftigt. Ein gutes Portfolio braucht keine komplizierten Erklärungen, denn die Bilder leisten den größten Teil ganz allein.

Thomas Sandberg (*1952) hat nach einer Ausbildung zum Fotolaboranten in Leipzig Fotografie studiert. 1990 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Agentur Ostkreuz. Außerdem ist er Mitbegründer- und Eigentümer der Ostkreuzschule für Fotografie. Er arbeitet als freiberuflicher Fotograf und Dozent an der Ostkreuzschule.

Clara Bahlsen (*1978) hat Visuelle Kommunikation an der Universität der Künste in Berlin studiert. 2013 besuchte sie die Postgraduierten Klasse bei Ute Mahler und Robert Lyons. Clara Bahlsen arbeitet als freie Künstlerin in Berlin.

Wann: Tag der offenen Tür und Portfolioberatung am 29. April, von 11:00–17:00 Uhr.

Wo: Ostkreuzschule für Fotografie, Behaimstraße 32/34, 13086 Berlin

Weitere Informationen zur Bewerbung an der Ostkreuzschule zur Fotografie:

http://www.ostkreuzschule.de/index.php/2017/03/27/bewerbungsschluss-ws-2017/

Weitere Informationen zur Portfolioberatung an der Ostkreuzschule zur Fotografie:

http://www.ostkreuzschule.de/index.php/oks_studium/portfolioberatung/

Beitragsbild: Amelie Kahn-Ackermann