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Portfolio Reviews lohnen sich!

“Das Portfolio Review ist eine gute Gelegenheit, interessantes und konstruktives Feedback von (angehenden) Bildredakteuren zu bekommen, Beziehungen zwischen Fotografen und Bildredakteuren der Ostkreuzschule aufzubauen und gegebenenfalls durch späteren Austausch sowie einer Zusammenarbeit auch nach der Schulzeit weiterzupflegen,” sagt Nadja Masri, Dozentin der Bildredaktionsklasse an der Ostkreuzschule.

Diese Möglichkeit haben am Sonntag, den 26. Februar, zehn Studierende der Fotografie an der Ostkreuzschule genutzt.

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Fotograf Jonas Feige (links) bespricht seine Arbeiten mit den BildredakteurInnen Tina Ammendolia, Gilbert Waller und Viktoria Fahrnleitner (v.l.n.r.). Foto: Nadine Bunge

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Foto: Matthias Erfurt

Wie schon im vergangenen Jahr hat die Bildredaktionsklasse die Studierenden der Fotografie zu einem Portfolio-Review eingeladen. Die teilnehmenden FotografInnen präsentierten ihre Arbeiten den in kleinen Teams aufgeteilten BildredakteurInnen in 20-minütigen Einzelgesprächen. Die ästhetisch-inhaltliche Bandbreite an Arbeiten, die gezeigt wurden, war beachtlich. Projekte dokumentarischer Art standen neben solchen, die eher introspektiv orientiert sind oder denen ein konzeptioneller Ansatz zugrunde liegt.

Damit alle Teilnehmenden bestmöglichen Nutzen aus dieser Veranstaltung ziehen konnten, hatte sich die Klasse von Nadja Masri mit Übungen im Unterricht und Hospitationen bei Portfolio Reviews eines Fotofestivals eingehend vorbereitet, inklusive letzter schriftlicher Tipps zur Vorbereitung, Art der Präsentation und zum Ablauf. Somit entwickelten sich intensive Gespräche zwischen beiden Seiten. Die FotografInnen wurden in die Lage versetzt – auch indem die BildredakteurInnen gezielt nachfragten – über ihre jeweilig gesichteten Arbeiten, Motivationen und Ziele zu sprechen, um die BildredakteurInnen sozusagen ‚ins Bild zu setzen‘. Anschließend beurteilten die BildredakteurInnen die Arbeiten hinsichtlich einer Reihe von Aspekten, zu denen die Relevanz des Themas bzw. der Geschichte ebenso zählt wie die stilistische Umsetzung. Weil jede Geschichte an Stärke gewinnt, wenn sie gut editiert ist, konzentrierten sich die BildredakteurInnen darüber hinaus darauf, aus den Abzügen der mitgebrachten Arbeiten starke Bilder auszuwählen und mögliche Edits zu legen. Daneben gehörte zu dem konstruktiven Feedback aber auch, den FotografInnnen Hinweise zu geben, wie sie ihre Bildsprache weiter entwickeln könnten.

Richtig ist: Ein Portfolio Review ist eine Herausforderung, mehr vielleicht für FotografInnen, die manchmal ihre Arbeiten ungern – ob abgeschlossen oder unfertig – kritischen Blicken aussetzen wollen. Umso erfreulicher ist es dann auch gewesen, dass die teilnehmenden FotografInnen mutig und optimistisch diesen Schritt gewagt haben und die Aussicht auf wertvolle Erfahrungen und neue Sichtweisen auf die Arbeit stärker als das Zögern waren. Helena Falabino sagte dazu: „Ich wollte meine Bilder jemand Anderem als meinen Lehrern zeigen und jemandem, der eine neue Sicht auf meine Arbeit hat“. Und Katarina Mazur hat teilgenommen, weil „… es interessant und auch wichtig ist, die Meinung und Tipps von Bildredakteuren zu bekommen“.

Wir als angehende Bildredakteure am Ende unseres Studiums waren allerdings auch aufgeregt, denn der Puls steigt schon dabei, direkt mit FotografInnen über deren Arbeit kritisch ins Gespräch zu kommen. Im Verlauf des Tages, mit zunehmender Übung und Schwung, wurde es aber immer selbstverständlicher, präzise und konstruktiv über Bilder zu sprechen.
Insgesamt ist Nadja Masris Worten voll und ganz zuzustimmen: Das Portfolio Review ist für alle Teilnehmenden eine sehr gute Möglichkeit gewesen, ihre Arbeiten vorzustellen, ihr erworbenes Wissen und Fähigkeiten zu präsentieren und kurzum: bestimmte Kompetenzen weiter zu entwickeln, die für FotografInnen und BildredakteurInnen wichtig sind, eingebettet in die Atmosphäre eines fruchtbaren und anregenden Austausches.

Deshalb: Portfolio Reviews lohnen! Prägnant auf den Punkt gebracht hat es Benny Golm, Absolvent des 7. Jahrgangs, der auf unsere Frage, ob er einen Tipp für Fotografen hat, die an einem Portfolio Review teilnehmen wollen, sagte: „Nicht teilnehmen wollen, sondern teilnehmen„.

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Massimo Rodari entstanden.