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„Das Märkische“: Gruppenausstellung Fotoseminar Andreas Mühe

Michael Sieber “aus Pegasi 51.2”

Michael Sieber “aus Pegasi 51.2”

Neun Fotoseminarteilnehmer der Ostkreuzschule zeigen in einer Gruppenausstellung vom 23. Januar bis zum 6. Februar 2014 ihre Arbeiten, die im vergangenem Jahr bei einem Fotoseminar von Andreas Mühe entstanden sind. Basisthema der Ausstellung ist das Märkische Viertel in Berlin, Ausstellungort die Galerie „Fresh Eggs“, Auguststraße 86, Berlin-Mitte.

Ausstellungseröffnung ist am 23. Januar um 18 Uhr.

Weitere Informationen zu den Seminarteilnehmern und eine Auswahl der ausgestellten Arbeiten hier.

Uwe Kempe “Dornröschen”

Uwe Kempe “Dornröschen”

 

Seminarteilnehmer Torsten Roman über das Seminar, Andreas Mühe und seinen persönlichen Bezug zum Märkischen Viertel:

OKS: Studieren alle Seminarteilnehmer noch Fotografie an der Ostkreuzschule oder sind das externe Fotografen, die das Seminar belegt haben?
Torsten Roman: Alle Seminarteilnehmer sind externe Fotografen, die nicht zusätzlich an der Ostkreuzschule studieren. Wir sind durch eine Ausschreibung auf der Webseite der Ostkreuzschule für Fotografie auf den Kurs aufmerksam geworden. Andreas Mühe hat den Kurs auf seiner Facebook-Seite angekündigt. Wir sind zu einem guten Teil Berufsfotografen, aber einige Teilnehmer betreiben die Fotografie nur als Hobby.

Wie lange ging das Seminar? Wie war es thematisch aufgebaut? Wie war der Ablauf?
Die Seminardauer war auf zehn Ganztagstermine angelegt, die wir individuell mit Andreas vereinbart haben. Wir haben das flexibel gehandhabt, weil wir natürlich auf die terminlichen Möglichkeiten des Kursleiters Rücksicht nehmen mussten – er ist ja im Moment mit seinem Projekt „Obersalzberg“ stark in den Medien vertreten und im vergangenen Sommer war sein Terminkalender daher ziemlich voll. Den Ablauf des Seminars haben wir im Prinzip mit dem Kursleiter zusammen erarbeitet. Es hat sich bald abgezeichnet, dass wir auf eine Abschlussausstellung hinarbeiten wollen und daraus hat sich ein gewisser Fahrplan ergeben. Themenfindung, Ausarbeitung und Planung der persönlichen Fotoserien, Fotografieren ‚on location‘, Bildbesprechungen, Labortermine, Ausstellungsplanung mit Galeriebesichtigungen und so weiter … Das ist schon eine ganze Menge Programm für zehn Termine.

Andreas Mühe als Dozent: Wir groß war die Bewunderung der Seminarteilnehmer?
Andreas ist ein sehr umgänglicher Typ und wir sind quasi alle in der gleichen Altersgruppe. Er hat uns sofort deutlich gemacht, dass er im Seminar einen lockeren und persönlichen Umgangston haben möchte. Ich kenne und mag seine Arbeit seit ein paar Jahren, bin aber irgendwie aus dem Alter raus, wo ich von „Bewunderung“ sprechen würde. Es war natürlich ein großer Anreiz für mich, diesen Kurs bei einem Fotografen zu belegen, dessen Arbeiten ich schätze, aber Andreas hat sich vor uns nie als Superstar inszeniert. Er hat eine sehr klare Vorstellung davon, welche Fotoqualität er in der Ausstellung und im Katalog sehen möchte und das hat durchaus auch zu der einen oder anderen hitzigen Diskussion geführt. Wir werden aber am Ende davon profitieren, dass er so hohe Maßstäbe anlegt und das ist für mich durchaus auch ein wichtiger Lerninhalt, den ich aus diesem Seminar mitnehmen werde.

Torsten Roman “Erinnerungen ans MV”

Torsten Roman “Erinnerungen ans MV”

Wie seid Ihr auf das Basisthema „Märkisches Viertel“ gekommen? Wie hast Du deine eigenen Ideen gefunden und umgesetzt?
Das neue Atelier von Andreas liegt in Sichtweite zum Märkischen Viertel. Wir sind in einer Seminarpause auf das Dach des Gebäudes gezogen und da lag es als Thema wie auf dem Präsentierteller. Andreas hat es als Erster ausgesprochen und wir haben uns sehr schnell damit anfreunden können, weil das Märkische Viertel sehr viele individuelle Unterthemen ermöglicht. Man kann es z.B. architektonisch auffassen, sich mit dem sozialen Umständen auseinandersetzen oder die Bewohner portraitieren.
Ich habe als einziger Kursteilnehmer einen persönlichen Bezug zum Märkischen Viertel, weil ich Teile meiner Kindheit und Jugend dort verbracht habe. Ich habe daher nach Orten im Märkischen Viertel gesucht, die für mich von Bedeutung sind, weil ich bestimmte Erinnerungen daran knüpfe. Ich habe eine Serie mit Selbstportraits angefertigt, um mein gegenwärtiges „Ich“ in Beziehung zu den Orten meiner Vergangenheit zu setzen.

Was hast Du während des Seminars gelernt, was Du vorher noch nicht konntest?
Mir ging es nicht so sehr um technische Fertigkeiten beim Fotografieren, sondern eher um die Bildbesprechungen, um das Finden eines Themas und um dessen Umsetzung. Wir haben den gesamten Prozess von der Ideenfindung für ein gemeinsames Thema bis zur Eröffnung der zugehörigen Ausstellung durchlaufen, und wenn man konzeptionell und „künstlerisch“ arbeiten möchte, dann ist das wohl eine Übung, die man nicht oft genug wiederholen kann.

Warum haben alle Teilnehmer mit einer Linhof Technika fotografiert?
Andreas arbeitet selbst ausschließlich mit der Großformatkamera und hat sich von Anfang an gewünscht, dass wir für dieses Seminar auch im Format 4×5 Inch fotografieren. Für mich war das ein zusätzlicher Anreiz, den Kurs zu belegen.

Wie viele Arbeiten zeigt jeder Teilnehmer in der Ausstellung?
Jeder Teilnehmer zeigt drei Aufnahmen aus seiner Serie. Wir sind neun ausstellende Fotografen und freuen uns natürlich sehr über die Chance, in einer Galerie in Berlin-Mitte auszustellen. Der verfügbare Platz ist begrenzt und wir wollen natürlich nur die besten Arbeiten zeigen!