Portfolio-Review 2021

Wer gedacht hatte, eine Pandemie könnte die Studierenden der Ostkreuzschule für Fotografie (OKS) aufhalten, der irrt. Auch im Lockdown 2021 trafen sich die aktuelle Bildredaktionsklasse 2020/21 und Fotograf*innen zum konstruktiven Austausch – online natürlich.

Am Sonntag, den 24. Januar 2021, liefen die Rechner heiß, denn die Bildredaktionsklasse 2020/2021 hatte zum Portfolio-Review eingeladen. An ein gemeinsames Treffen an der OKS war pandemiebedingt natürlich nicht zu denken und so wurde das Review wie so vieles im letzten Jahr in den digitalen Raum verlagert. Insgesamt 36 Studierende, Absolvent*innen und Meisterklasse-Teilnehmer*innen der OKS nahmen teil. Über Miro und Zoom bekamen die Bildredakteur*innen aktuelle Arbeiten, Abschlussarbeiten, Portfolios, Bücher und Serien für Ausstellungen zu sehen.

Aufgabe der angehenden Bildredakteur*innen war es, sich in Zweierteams auf die unterschiedlichen Anliegen, Fragen und Bedürfnisse der Fotograf*innen einzulassen, gemeinsam Ideen zu entwickeln und konstruktives Feedback zu geben.

Screenshot aus Aleksandra Kwasniks Abschlussarbeit Kingdom for a Tree in Miro

Aleksandra Kwasnik: „Meine Erwartungen an das Portfolio-Review wurden auf jeden Fall erfüllt! Es war sehr anregend zu hören, wie meine Bilder und das Thema meiner Arbeit gedeutet werden. Sehr hilfreich fand ich die Tipps im Hinblick auf die mögliche Finanzierung eines Fotobuchs sowie die Platzierung der Arbeit in ausgewählten Magazinen. Ideen bezüglich der konkreten Gestaltungselemente im Buch fand ich ebenfalls sehr bereichernd.“

Die teilnehmenden Fotograf*innen hatten jeweils 25 Minuten Zeit, ihre Arbeiten vorzustellen und Feedback zu erfragen.

Screenshot von Dimitris Chantzaras Strecke Some call it paradise, some homeland and others the hell in Miro

Dimitris Chantzaras: „Ich habe teilgenommen, weil ich zum ersten Mal diese Arbeit präsentieren wollte, um zu sehen ob die Idee meines Projektes klar ist und ob es eine Verbindung zwischen Idee und Bildern gibt. Ich finde es sehr wichtig, auch am Anfang eines Projektes ein Portfolio-Review zu machen, denn so hat man Zeit und die Möglichkeit, das Projekt zu verbessern.“

Auszug aus Toni Petraschks Arbeit

Toni Petraschk: „Ich habe mit einer Arbeit, die schon eine Weile in meiner Schublade liegt, am Portfolio Review teilgenommen, um eine neue, externe Meinung zu meinen Bildern und der Serie als solcher zu bekommen. Im Gespräch mit den Bildredakteurinnen hat sich sehr schnell rauskristallisiert, was gut funktioniert und wo noch Raum für Veränderungen ist. Das Feedback hat mich inspiriert, einen nächsten Schritt mit meinem Projekt zu gehen.“

Henry Balaszeskul:“ Auch Jahre nach dem Abschluss an der OKS ist es schwer, so ein ehrliches Feedback wie das von den Dozent*innen und Mitstudierenden zu erhalten. Das Portfolio-Review der Bildredaktionsklasse ist somit jedes Jahr eine einmalige Gelegenheit, ein hilfreiches Feedback zu meiner Arbeit zu bekommen.“

Auszug aus Elliott Kreyenburgs Arbeit

Auch wenn es dieses Jahr nicht möglich war, sich gemeinsam über einen Tisch mit Bildern zu beugen, so wurden auch online eifrig Fotos hin- und hergeschoben und Edits und Sequenzen überlegt.

Elliott Kreyenburg auf die Frage, ob er Tipps für Fotografen habe, die an einem Portfolio Review teilnehmen wollen: „Überlegt euch anfangs genau, wo ihr gerade mit euren Arbeiten steht und überlegt euch im Voraus Fragen. Seid aber auch bereit dafür, dass alles nochmal über den Haufen geworfen wird…“ Diese Meinung teilt auch Aleksandra Kwasnik: „Man sollte sich vorher sehr genau überlegen, was man von den Bildredakteur*innen erfahren möchte, weil die 25 Minuten viel zu schnell rum sind!“

Auszug aus Henry Balaszeskuls Arbeit

Und natürlich die Frage aller Fragen: Wie war die Online-Erfahrung?

Dimtris Chantzaras: „Es war nicht schlecht, aber trotzdem bevorzuge ich die analogen Treffen. Nicht nur wegen den Bildern, die man in zwei Ebenen verschieben kann, sondern auch, weil man die Reaktionen der Reviewer*innen besser sehen kann.“

Elliott Kreyenburg: „Ich hasse online und liebe persönliche Begegnungen… Aber es war erstaunlich gut. Vor allem bei Bildbesprechungen finde ich es oft schwer, eine gute Möglichkeit im Online-Format zu finden. Franziska und Caro waren aber super und ich glaube, wir haben alles erreicht was wir auch in einem Real-Life-Meeting erreicht hätten.“

Henry Balaszeskul: „Die Online-Erfahrung war überraschend gut. Durch das Online-Tool Miro konnten die Bildredakteur*innen meine Bilder wie auf einem Tisch bewegen und Auswahlen erstellen. Auch konnte ich sehen, wer welche Bilder auswählt und über welches Bild wir genau reden. Da das alles wirklich so reibungslos funktioniert hat, frage ich mich, warum es nicht noch öfter solche Portfolio-Reviews gibt.“ 

Eine gute Frage… aber die Einladung zum nächsten Stammtisch kommt bestimmt, also behaltet Eure Postfächer im Auge, liebe Fotograf*innen! Denn auch für die Bildredaktionsklasse war es eine tolle Gelegenheit, viele verschiedene Arbeiten zu sehen und sich über Fotografie auszutauschen.

Vielen Dank an alle Fotograf*innen, die teilgenommen haben!