Shooting Day Weißensee „Tattoo-Studio Heißes Fleisch“

Ende September 2020 fand zum neunten Mal der alljährliche Shooting Day Weißensee statt. OKS.lab zeigt in ausgewählten Arbeiten unterschiedliche Sichtweisen auf den facettenreichen Bezirk. Dieses Mal präsentieren wir die Arbeit von Massimiliano Corteselli, der das Tattoo-Studio „Heißes Fleisch“ besucht hat. Das Kooperationsprojekt zwischen Fotografiestudent*innen des zweiten Jahres und der Bildredaktionsklasse nimmt mittlerweile einen festen Platz im Ausbildungsprogramm an der Ostkreuzschule für Fotografie (OKS) ein und bildet für beide Seiten einen professionellen Rahmen für spätere, berufliche Alltagssituationen.

Massimiliano Corteselli: Heißes Fleisch

Für den Shooting Day Weißensee hat Massimiliano Corteselli folgendes Briefing erhalten:

Heißes Fleisch ist ein Tattoo-Studio in Weißensee, unweit der Ostkreuzschule. Die Tätowierer*innen bringen ihre Arbeiten hier in den unterschiedlichsten Stilen unter die Haut. Das Studio selbst ist von außen recht unscheinbar, innen ist es hingegen recht schick eingerichtet und sollte eine gute Kulisse für den Shooting Day bieten.
In diesem Auftrag geht es darum, einen Tag in dem Studio zu porträtieren. Wichtig wären sowohl Porträts der Tätowierer*innen, als auch Detailaufnahmen, die etwa die Werkzeuge und die Vorbereitungsarbeiten zeigen. Auch Übersichtsbilder aus dem Studio (Arbeitsbereich, Wartebereich…) solltest Du machen und die Atmosphäre einfangen.
Idealerweise wird am Tag des Shooting Days tätowiert. Das Studio ist grundsätzlich offen dafür, dass auch der Tätowiervorgang fotografiert wird – ob das möglich ist, hängt aber auch von den Kunden ab. Hier sind gegebenenfalls Deine Kreativität und Improvisation gefordert.

Massimiliano Corteselli: Heißes Fleisch
Massimiliano Corteselli: Heißes Fleisch

OKS.lab: Wie hast du dich auf das Shooting vorbereitet?

Massimiliano Corteselli: Ich habe für dieses Shooting keine besonderen Vorbereitungen treffen müssen. Ich bin ganz offen an die Sache rangegangen und habe festgestellt, dass es manchmal auch Vorteile mit sich bringen kann.

Gab es Herausforderungen bei der Umsetzung des Shootings?

Der Tätowierer war sehr offen und freundlich und sein Kunde ebenfalls. Die einzige Herausforderung war es, eine klassische Reportage zu fotografieren. Das war nicht wirklich umsetzbar, da das ganze Geschehen in dem Tattoo-Studio relativ statisch war. Es ist nicht wirklich was passiert. Der Kunde und der Tätowierer saßen. Der eine hat seine Arbeit gemacht, während der Andere darauf gewartet hat, dass sein Tattoo fertiggestellt wird. Demnach habe ich mich für einen eher assoziativen Ansatz entschieden. 

Massimiliano Corteselli: Heißes Fleisch
Massimiliano Corteselli: Heißes Fleisch

Was ist für dich in der gemeinsamen Zusammenarbeit mit den Bildredakteur*innen wichtig und worauf legst du Wert?

Kommunikation ist meiner Meinung nach alles! Die Bildredakteur*innen und die Fotograf*innen müssen im Gespräch Ziele, Erwartungen, Bedenken und so weiter austauschen. Das schafft eine Grundlage für die Umsetzung der Arbeit. 

Was nimmst du aus der Erfahrung des Shooting Days für dich mit?

Sicherlich war das eine gute Übung für die zwischenmenschliche Interaktion und Kommunikation beim Fotografieren. Das ist wichtig, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Ohne Vertrauen kann man Menschen nicht fotografieren. Deshalb versuche ich bei der Arbeit immer, Menschen zu verstehen und sie kennenzulernen.

Massimiliano Corteselli: Heißes Fleisch
Massimiliano Corteselli: Heißes Fleisch

Massimiliano Corteselli, geboren 1994 in Italien, studiert bei Maria Sewcz in der Fachklasse der Ostkreuzschule für Fotografie. Er arbeitet als freier Fotograf in Berlin. Seine Schwerpunkte sind Fotoessays und Portraits.

Betreuender Bildredakteur: Julius Stiebert

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