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»Shooting Day Weißensee« 2018 – Teil 2

Anfang Oktober fand zum siebten Mal der alljährliche Shooting Day Weißensee statt. Die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Bild dieses facettenreichen Bezirkes ermöglichten auch diesmal das Entstehen neuer und spannender Auseinandersetzungen. Rund um den Stadtteil wurden insgesamt 18 ganz unterschiedliche Fotoarbeiten realisiert. Das Kooperationsprojekt zwischen Fotografiestudenten/-innen des zweiten Jahres und der Klasse Bildredaktion nimmt mittlerweile einen festen Platz im Ausbildungsprogramm an der Ostkreuzschule für Fotografie ein und bildet für beide Seiten einen professionellen Rahmen für spätere berufliche Alltagssituationen.

Im Vorfeld recherchierten die Bildredakteure jeweils Themen, suchten Locations, setzten sich mit Ansprechpartnern in Verbindung und holten Genehmigungen ein. Am Ende wurde aus all diesen Informationen ein Briefing für den Fotografen erstellt. Das Briefing war Grundlage für die praktische und persönliche Umsetzung und wurde erst kurz vor dem Fototermin übermittelt. Inhaltliche und technische Vorgaben sowie die Einhaltung einer Deadline wurden vorausgesetzt und stellten die Fotografiestudenten/-innen vor eine Herausforderung, der sie auch im Berufsleben täglich begegnen werden. Improvisation und Konzentration war gefragt, und die Fotografen waren angehalten, trotz Zeitdrucks immer wieder das Beste aus der Situation zu machen.

Dieses Jahr nahmen die Fotografie-Fachklassen von Tobias Kruse und Maria Sewcz am Shooting Day teil. Alle entstandenen Foto-Essays wurden nach dem Einreichen des Bildmaterials von den Bildredakteuren/-innen editiert. Als Resultat wurde in großer gemeinsamen Runde eine vielseitige Slideshow präsentiert. Ein wichtiger Punkt dabei war auch das persönliche Feedback.

Die zweite Arbeit, die wir hier vorstellen möchten, ist die Arbeit von Tamara Eckhardt. Frei nach dem Liedtext von Otto Reutter »Ick wunder’ mir über janischt mehr« sollten die Skurrilitäten des Alltags in Berlin Weißensee ins Visier genommen werden.

Auf der Suche nach scheinbaren Widersprüchen, mit einer sehr sensiblen Bildsprache, die durch ihre einheitliche Farbigkeit, zudem mit einem einfühlsamen und zugleich klaren Blick, ist es Tamara gelungen, überraschende Momente und Einsichten des Stadtteils Weißensee in ihren Bildern festzuhalten. Ihre herausragende Arbeit möchten wir daher hier vorstellen.

Tamara Eckardt zu ihren Erfahrungen während des Shooting Day Weißensee:

OKS-lab: Wie war es für dich, einen Auftrag unter Zeitdruck auszuführen?

Für mich war es neu innerhalb von einem Tag einen Auftrag zu bearbeiten, zudem hatte ich mir fest vorgenommen analog zu fotografieren. Der Nachteil daran war, dass ich erst am Ende des Tages sehen würde, ob etwas Gutes entstanden ist. Der Druck half mir konzentriert zu arbeiten. Ich war am Ende froh mich für den analogen Weg entschieden zu haben.

War es schwierig für dich, mit einem vorgegebenen Briefing zu arbeiten? Blieb dir genug Raum für eigene Ideen?

Ich fand es spannend ein vorgegebenes Thema zu fotografieren. Dazu kam, dass mir das Briefing sehr gut gefallen hat. Die Richtung, in die ich gehen wollte, wurde erst im Laufe des Fotografierens klar, da ich nicht vorhersehen konnte, welche Absurditäten/Widersprüche ich in Weißensee finden würde. Dass ich dieses Projekt so angehen konnte, verdanke ich meiner Bildredakteurin, die mir genügend Freiraum für eigene Ideen ließ.

Welche Erfahrungen hast du bei der Zusammenarbeit mit deiner Bildredakteurin gemacht?

Ausschließlich positive. Ich war, wie schon gesagt, sehr angetan von der Themenwahl und dem Briefing. Es war eine schöne Erfahrung mit einer Bildredakteurin an einer gemeinsamen Serie zu arbeiten. Bei der Bildauswahl hatte ich das Gefühl, dass wir uns super ergänzen. Somit bin ich sehr glücklich über die Endauswahl. Es war eine schöne Zusammenarbeit und ein lehrreiches Projekt.

 

Alle Fotografen/-innen des »Shooting Day«: Manou Lee Charlotte Andrist, Annely Baum, Jonas Berndt, Tamara Eckhardt, Giulia Facciolo, Julia Fenske, Delia Friemel, Robert Gemming, André Groth, Maria Kalanidou, Natalia Kepesz, Milan Koch, Aleksandra Kwasnik, Liam Noack, Clara Renner, Catharina Tews, Stefan Weger, Zoe Zizola.

Betreuende Bildredakteure: Anja BäckerPascal Davíd Breitenbach, Anne FreitagAnnette Hempfling, Nuša Hernavs, Mayela Illi, Josefine Lippmann, Vanya Pieters, Natalie RichterZacharie Scheurer, Helen Stevens, Sara Lisa Walter.

Wir danken euch allen für die gelungene Zusammenarbeit!