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»Shooting Day Weißensee« 2018 – Teil 1

Anfang Oktober fand zum siebten Mal der alljährliche Shooting Day Weißensee statt. Die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Bild dieses facettenreichen Bezirkes ermöglichten auch diesmal das Entstehen neuer und spannender Auseinandersetzungen. Rund um den Stadtteil wurden insgesamt 18 ganz unterschiedliche Fotoarbeiten realisiert. Das Kooperationsprojekt zwischen Fotografiestudenten/-innen des zweiten Jahres und der Klasse Bildredaktion nimmt mittlerweile einen festen Platz im Ausbildungsprogramm an der Ostkreuzschule für Fotografie ein und bildet für beide Seiten einen professionellen Rahmen für spätere berufliche Alltagssituationen.

Im Vorfeld recherchierten die Bildredakteure jeweils Themen, suchten Locations, setzten sich mit Ansprechpartner in Verbindung und holten Genehmigungen ein. Am Ende wird aus all diesen Informationen ein Briefing für den Fotografen erstellt. Das Briefing ist Grundlage für die praktische und persönliche Umsetzung und wird erst kurz vor dem Fototermin übermittelt. Inhaltliche und technische Vorgaben sowie die Einhaltung einer Deadline werden vorausgesetzt und stellen die Fotografiestudenten/-innen vor eine Herausforderung, der sie auch im Berufsleben täglich begegnen werden. Improvisation und Konzentration ist gefragt, und die Fotografen sind angehalten, trotz Zeitdrucks immer wieder das Beste aus der Situation zu machen.

Dieses Jahr nahmen die Fotografie-Fachklassen von Tobias Kruse und Maria Sewcz am Shooting Day teil. Alle entstandenen Foto-Essays wurden nach dem Einreichen des Bildmaterials von den Bildredakteuren/-innen editiert. Als Resultat wurde in großer gemeinsamen Runde eine vielseitige Slideshow präsentiert. Ein wichtiger Punkt dabei war auch das persönliche Feedback.

Die erste von insgesamt zwei Arbeiten, die wir hier vorstellen möchten, ist die Arbeit von Robert Gemming. Für »US-Bowl« hat er das gleichnamige Bowlingcenter in Berlin-Weißensee fotografisch erkundet. Sein Auftrag lautete, den besonderen Charme des Bowlingcenters, der sich aus dem Mix von Einrichtung und Lichteffekten ergibt, in atmosphärischen Bildern festzuhalten. Trotz des kleinen Spielraums, die sein Auftrag ihm zunächst für die freie Erforschung der Räumlichkeiten zu lassen schien, ist es Robert gelungen mit gut komponierten Bildern, teils überraschenden Perspektiven und einem Blick für die Besonderheiten des Bowlingcenters, eine individuelle Bildstrecke auf die Beine zu stellen, die nicht zuletzt durch ihre grafische Anmutung besticht.

Robert Gemming zu seinen Erfahrungen während des Shooting Day Weißensee:

OKS-lab: Wie war es für dich, einen Auftrag unter Zeitdruck auszuführen?

Eigentlich war es überhaupt nicht schwierig. Zum einen kenne ich das Arbeiten unter Zeitdruck von früheren Jobs als Fotograf und Kameramann, zum anderen war – besonders in meinem Fall – die Kombination aus Kommunikation mit der Bildredakteurin Natalie Richter, dem sehr gut ausgearbeitetem Briefing und die Möglichkeit, Informationen und Bildmaterial von früheren Shooting Days auf dem OKS-Blog zu sehen, eine gute und beruhigende Vorbereitung.

War es schwierig für dich, mit einem vorgegebenen Briefing zu arbeiten? Blieb dir genug Raum für eigene Ideen?    

Ich fand das Briefing wirklich hilfreich. Um ganz ehrlich zu sein, bei der Themenvergabe musste ich kurz überlegen, ob das überhaupt was werden kann, aber man nimmt es ja dann auch als Herausforderung an. Zumal haben wir ja auch direkt die Hand-Outs bekommen, die alle relevanten Infos enthielten, ja sogar zum Teil frühere Arbeiten anführten, was auch hilfreich war und ich sehr schnell konkrete Ideen ausarbeiten konnte. Was den zweiten Teil der Frage angeht, so spiegelt meine Definition dieses Themas ziemlich genau die Fotografie wieder, die mich im Moment sehr fasziniert, man muss einfach nur, wie in späteren Jobsituationen, diese Ideen um ein bestehendes Grundgerüst basteln, da bleibt genug Spielraum für die eigene Kreativität oder den eigenen Stil.

Welche Erfahrungen hast du bei der Zusammenarbeit mit deiner Bildredakteurin gemacht?   

Also da muss ich meiner Bildredakteurin ein großes Kompliment aussprechen, vom ersten Tag an hab’ ich alle wichtigen Informationen gehabt, die Kommunikation war sofort da und sehr gut, man hat einfach sofort gemerkt, dass sie auch eine Fotografin ist. Ich wusste, wer vor Ort mein Ansprechpartner ist, diese waren auch von ihr mit allen Infos versorgt. Ich konnte direkt losarbeiten, ich bekam ein direktes Feedback zu meiner Arbeit und Vorauswahl, wusste zeitnah, wie der finale Edit aussieht. So zu arbeiten hat wirklich Spaß und den Shooting Day zu einer spannenden Aufgabe und Erfahrung gemacht, die ich allen folgenden Jahrgängen wärmstens empfehlen möchte.

 

Alle Fotografen/-innen des »Shooting Day«: Manou Lee Charlotte Andrist, Annely Baum, Jonas Berndt, Tamara Eckhardt, Giulia Facciolo, Julia Fenske, Delia Friemel, Robert Gemming, André Groth, Maria Kalanidou, Natalia Kepesz, Milan Koch, Aleksandra Kwasnik, Liam Noack, Clara Renner, Catharina Tews, Stefan Weger, Zoe Zizola.

Betreuende Bildredakteure: Anja BäckerPascal Davíd Breitenbach, Anne FreitagAnnette Hempfling, Nuša Hernavs, Mayela Illi, Josefine Lippmann, Vanya Pieters, Natalie RichterZacharie Scheurer, Helen Stevens, Sara Lisa Walter.

Wir danken euch allen für die gelungene Zusammenarbeit!