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Unseen Photo Festival 2018 – Unsere Entdeckungen

OKS-Lab auf dem Unseen Photo Festival.

Letztes Wochenende sind wir auf der Suche nach Entdeckungen über das Unseen Festival gelaufen. In diesem Jahr gab es mehrere Standorte auf dem Westergas-Gelände, die von »neuer Fotografie« aus allen Kontinenten, jungen Kooperationen und zahlreichen Publikationen dominiert wurden. Hunderte von Fotografen, die durch eine Galerie, ein Kollektiv, einen Verlag oder aus eigener Kraft vertreten sind, zeigen oft neue Arbeiten. Fotografen arbeiten unter anderem mit Wissenschaftlern, Ärzten und Biologen zusammen und äußern sozialkritische Ideen innerhalb ihrer künstlerischen Arbeit. Welche Künstler zeichnen sich aus?

Pixy Liao: The King Under Me

Pixy Liao, »Experimental Relationships«
Die chinesische Fotografin Pixy Liao nutzt die Kamera, um die Beziehung zwischen ihr und ihrem Partner Moro, der 5 Jahre jünger ist als sie und dazu Japaner, zu vermitteln und zu kommunizieren. Diese Eigenschaften sind in der Regel nicht die attraktivsten für chinesische Frauen und traditionell nicht das, was sie bei einem Partner suchen. Pixy fotografiert Moro seit 2007. Die Fotoserie »Experimental Relationship« ist ein Projekt, das Teil ihres Lebens ist und sie dazu bringt, ihre Beziehung durch ein fotografisches Objektiv zu erforschen. Die Präsentation ihrer Arbeit im Unseen Living Room, wo sie voller Humor und Unbeschwertheit ist, vermittelt den Eindruck, dass einfache Projekte wie diese, die relativ einfach zu implementieren sind, auch sehr wichtig sein können. Ihre Arbeit ist auch deshalb wichtig, weil sie die sich verändernden Geschlechterrollen darstellt und zeigt, dass »der Mann«, in diesem Fall ihr Freund, verletzlich und passiv ist, wie in der Fotografie normalerweise die Frauen präsentiert werden. Pixy sagt, dass das Projekt sie die verborgenen Wahrheiten in ihrer Beziehung erkennen lässt.

Alexey Shlyk, »The Appleseed Necklace«

Aus der Serie The Appleseed Necklace, Foto: Alexey Shlyk

Inspiriert von der DIY-Kultur seiner Heimat während der Sowjetzeit, erkundet der weißrussische Fotograf Alexey Shlyk in seiner Serie von spielerisch inszenierten Fotografien Handwerk und Einfallsreichtum.

Peter Funch, »Imperfect Atlas«

Aus der Seie The Imperfect Atlas, Foto: Peter Funch

Laut Peter Funch von Project Pressure ist der Klimawandel der größte Weckruf für die Menschheit. Um seine Botschaft zu vermitteln, hat er dieses Projekt ins Leben gerufen: »Imperfect Atlas«. Die Fotografien sind zeitgenössische Nachbildungen von Vintage Mt. Baker und Mt. Rainier Postkarten, die bei Ebay gefunden wurden und so weiter. Mit Hilfe dieser Ephemera, Karten und Satellitenbilder konnte er Positionen lokalisieren, an denen die ursprünglichen Postkartenbilder gemacht wurden. Als er die Gletscher des Berges aus den gleichen Positionen zurückeroberte, schuf er vergleichende Gegenüberstellungen von damals und heute.

Bénédicte Kurzen
Ihre aktuelle Arbeit konzentriert sich auf Gewalt und das Leben im Tschadseebecken durch die Anwesenheit von Gruppen wie Boko Haram.

Simon Brugner, »The Arsenic Eaters«

The Arsenic Eaters, Foto: Simon Brugner


»The Arsenic Eaters« untersucht den weit verbreiteten historischen Glauben, dass der Konsum von Arsen, das allgemein als tödliches Gift bekannt ist, der Gesundheit zugute kommt. Dementsprechend wurden im 19. Jahrhundert viele »Giftfresser« in der österreichischen Landbevölkerung gefunden. Durch eine vierjährige fotografische Spurensuche versucht Simon Brugner eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu finden.

Laurence Aëgerter, »Photographic Treatment«

Photographic Treatment, Laurence Aëgerter

Laurence Aëgerter ist überzeugt, dass Kunst in Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen und Wissensgebieten einen wesentlichen Beitrag zur Lösung eines sozialen Problems leisten kann. Im Auftrag der Stiftung Art in Societies entwickelte sie das Projekt »Photographic Treatment« zur Verbesserung der Demenzpflege.

Maria Sturm, »You Don’t Look Native to Me«

Aus der Serie You Don’t Look Native to Me, Foto: Maria Sturm


»You Don’t Look Native to Me« zeigt Exzerpte aus dem Leben von jungen Native Americans aus Pembroke, Robeson County, North Carolina, wo sich 89 % der Bevölkerung der Stadt als Native Americans identifizieren. Maria hat ihre Wege der Selbstrepräsentation verfolgt, transformiert durch die Geschichte, Fragen der Identität, mit denen sie täglich konfrontiert werden, und ihren wiedererwachenden Stolz darauf, Natives zu sein. Die Fotografin hat sich besonders für die Jugend interessiert, weil es die Periode ist, in der der bewusste und unbewusste Pfad zur Selbstdefinition beginnt. Der Fokus der Arbeit liegt auf einer ungewöhnlichen und etwas paradoxen Art des Andersseins, das sich nicht sofort offenbar, auch wenn sie sich auf diese Weise definieren.

Ihr Buch hat den zweiten Preis des Unseen Dummy Award gewonnen.

Rasha Kahil, »Anatomy of a Scandal«

Aus der Serie Anatomy of a Scandal, Foto: Rasha Kahil:

Nachdem der libanesische Fotograf Rasha Kahil den Medienansturm wegen einer Reihe von provokativen Selbstporträts überstanden hat, verwandelt er Kommentare von Online-Trollen in eine kraftvolle Strecke.

Beitragsbild: Alexey Shlyk