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Cortona On The Move Fotofestival

Anlässlich der siebten Veranstaltung des internationalen Festivals der Fotografie Cortona On The Move, das vom 14. Juli bis zum 1. Oktober 2017 läuft, treffen sich viele Protagonisten/-innen der internationalen Fotoszene, große Meister und junge Talente, um an einem dichten Programm, bestehend aus Ausstellungen, Gesprächsrunden und Portfolio-Lesungen mit nationalen und internationalen Experten und Bildredakteuren teilzunehmen.

Winifred Chiocchia, Bildredaktionsstudentin der Ostkreuzschule für Fotografie, hat an den Eröffnungstagen des Festivals (vom 13. bis 16. Juli) teilgenommen und teilt nun ihre Entdeckungen auf dem OKS Blog mit uns.

Cortona On The Move Magazine 2017, Foto: Winifred Chiocchia

Eingebettet in die bezaubernde Wiege der antiken toskanischen Hügel, sucht das Festival, das vom Verband ONTHEMOVE unter der künstlerischen Leitung von Arianna Rinaldo organisiert wurde, nach neuen Gegenwartsvisionen in der ganzen Welt. Wie schon der Name der Initiative andeutet, geht es um das Ziel, in Bewegung zu bleiben, in einem ständigen Fortschritt. Das Leben ist eine Reise der Veränderungen und Abenteuer und aus diesem Grunde muss sich auch die Fotografie, die diese kontinuierliche Veränderung abbildet, fortbewegen.

Die kleine Stadt Cortona, berühmt aufgrund ihrer etruskischen Stadtmauer, kann dank dieser besonderen Veranstaltung historische Gebäude zur Geltung bringen und sie einem immer größeren Publikum zugänglich machen.

Während der Eröffnungswoche des Festivals hatte ich die Möglichkeit, zahlreiche Ausstellungen zu besuchen, die alle ein sehr hohes Niveau hatten. Einige sind mir jedoch wegen der hervorragenden Kuration und ihres bedeutenden Inhaltes besonders aufgefallen.

Die erste, die ich erwähnen möchte, ist die Ausstellung, die der Arbeit von Donna Ferrato American Woman: 40 years (1970 – 2010) gewidmet wurde und die in der Fortezza del Girifalco zu besichtigen ist.

Die Ausstellung ist in drei chronologische und thematische Phasen unterteilt, die die Karriere von Donna Ferrato kennzeichnet und den Wandel der Rolle der Frau in den Vereinigten Staaten ab den 70er-Jahren bestimmt haben: eine wichtige und bedeutungsvolle Reise durch die Befreiung der Frau.

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Wenige Schritte von der Ausstellung von Donna Ferrato entfernt und ebenfalls in der Fortezza del Grifalco zu besichtigen, ist die Ausstellung von Matt Black The Geography of Poverty platziert. Zwischen 2014 und 2017 hat Black mehr als achtzigtausend Kilometer in 46 amerikanischen Staaten zurückgelegt, um Gemeinschaften mit einer Armutsrate von mehr als 20% zu fotografieren und damit die harten Statistiken sichtbar zu machen.

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Donald Weber, in War Sand (June 6, 1944: D-Day), führt uns zur Entdeckung der Beweisstücke der Landung in der Normandie mittels einer visionären Sammlung von Bildern, Texten und wissenschaftlichen Daten. Die Ausstellung befindet sich im ersten Stock des eindrucksvollen Gebäudes des alten Krankenhauses von Cortona.

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

 

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

In den sofort angrenzenden Sälen beleuchtet Justyna Mielnikiewicz in The Meaning of a Nation – Russia and its Neighbours: Georgia and Ukraine die Ereignisse der Länder Osteuropas, vom Fall der UdSSR bis zum Krieg in Georgien im Jahre 2008 und in der Ukraine 2014.

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Ebenfalls im alten Krankenhaus befinden sich im Erdgeschoss zwei weitere Projekte, die besonders hervorzuheben sind: Zurumbatico von Luis Cobelo stellt eine persönliche Huldigung des Autors von „Hundert Jahre Einsamkeit“ dar. Der berühmte Roman von Gabriel Garcia Marquez, feiert 2017 seinen 50. Geburtstag.      

Cobelo, ein unabhängiger venezuelanischer Fotograf, begleitet uns auf eine poetische und traumähnliche Reise durch den Norden Kolumbiens (wo Garcia Marquez geboren wurde und sein Werk schrieb) voll von Empfindungen und intimen Stimmungen.

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Foreigner des Fotografen und Videoautoren Daniel Castro Garcia, stellt eine Auswahl von eindrucksvollen Bildern, Porträts, Interviews und Filmen, die zwischen 2015 und 2017 entstanden sind zusammen, die er beim Besuch der Gebiete des größten Flüchtlingszustromes gemacht hat: Italien, dem Balkan, Griechenland und der sogenannte „Dschungel“ von Calais.

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Video Extract, Foto: Winifred Chiocchia

Das ehemalige Fleischlager ist Sitz der Ausstellung The Afghans von Adam Ferguson. Ferguson erforscht den Afghanistan-Konflikt, der bereits seit mehr als 16 Jahren andauert, anhand einer Reihe von bedeutungsvollen Fotografien, die 2016 entlang der Straßen von Kabul aufgenommen wurden.

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Am Ende möchte ich noch Slash & Burn erwähnen, die eindrucksvolle Arbeit von Terje Absudal, die man im Palazzo Cinaglia besuchen kann.

Das Projekt ist in Finnskogen durchgeführt worden, einem großen Waldgebiet entlang der Grenze zwischen Norwegen und Schweden, wo sich die Bauernfamilien Finnlands zu Beginn des 17. Jahrhunderts ansiedelten. Die Einwanderer, Forest Finns genannt, stammten hauptsächlich aus dem Gebiet Savolax, in der Nähe von der damaligen Grenze zu Russland.

Absudal stellt den Glauben der Forest Finns, der auf ostschamanischen Traditionen basiert, dar und fragt sich gleichzeitig, was es heute, ungefähr 400 Jahre und 12 Generationen später bedeutet, ein Forest Finn zu sein.

Ausstellungsansicht, Foto: Winifred Chiocchia

Cortona On the Move bestätigt sich, wie jedes Jahr, als eine herausragende Quelle der fotografischen Inspiration.

Alle Ausstellungen können bis zum 3. September von 10 bis 20 Uhr besucht werden. Vom 4. September an bis zum 1. Oktober sind sie von 10 bis 19 Uhr für das Publikum geöffnet.