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#4 Arles 2017 – Verschränkte Visionen

In diesem Jahr findet die 48. Edition des Fotofestivals Les Rencontres de la Photographie in Arles statt. Cale Garrido und Tobias Laukemper, zwei ehemalige Bildredaktionsstudierende der Ostkreuzschule für Fotografie, teilen mit euch ihre Entdeckungen auf dem OKS Blog.

Blick in die Ausstellung, die Sonia Berger in Zusammenarbeit mit Joan Fontcuberta, Anna Planas und Pierre Hourquet kuratiert hat, Foto: Tobias Laukemper

Jede Ausstellung in Arles ist sorgfältig zusammengestellt, unabhängig davon, ob Einzelwerke gezeigt werden oder mehrere fotografische Arbeiten thematisch angeordnet sind. Die Show des spanischen Fotografen-Kollektivs Blank Paper bleibt dieses Jahr in unseren Köpfen besonders hängen. Unter dem Titel Stories of the immediate Present bringt die Kuratorin Sonia Berger die neuesten Arbeiten von Julián Barón, Ricardo Cases, Federico Clavarino, David Hornillos, Alejandro Marote, Óscar Monzón, Bernardita Morello, Miren Pastor, Michele Tagliaferri, Fosi Vegue und Antonio M. Xoubanova zusammen. Alle Ausstellenden sind entweder Mitglieder des seit dem Jahr 2000 existierenden Kollektivs oder ehemalige Studierende der Schule für Fotografie Blank Paper, die 2006 in Madrid gegründet wurde. Die Ausstellung in Arles zeigt das Zusammenspiel der Arbeiten auf eindrückliche Weise. Wände, die sich kreuzen und überschneiden – Werke, die sich gegenseitig ergänzen, erschließen die Bezüge der Arbeiten und der Ausstellungsarchitektur zueinander. Über die Materialität der Präsentationsoberflächen und verschiedenste Formen, Bilder zu rahmen und zu hängen, werden Zusammenhänge mit einer neuen Intensität erzählt. Blank Paper macht auf soziale Interaktion und Begegnung aufmerksam und reflektiert über Naturzustände und die heutigen sozialen Verhältnisse. An einem Ende der Halle blickt die Ausstellung zurück: auf dem Tisch liegen, chronologisch geordnet von links nach rechts, alle Fotobücher der Ausstellenden, von Belleza de barrio von Ricardo Cases bis zu Éxtasis, dem letzten Buch von Óscar Monzón. Bei uns bleibt das Gefühl: im Gästebuch der Ausstellung wird Ende September kein einziges Blatt unbeschrieben sein.

Bis zum 24. September kann man sich in Arles dieses gelungene Panoptikum auf dem Gelände von Ground Control anschauen. Öffnungszeiten von 10:00 Uhr bis 19:30 Uhr.

Die Arbeit Éxtasis von Oscar Monzón an einer metallischen Wand gehängt und die multimediale Präsentation der Serie The most perfect day von Michele Tagliaferri, Foto: Tobias Laukemper

Un universo pequeño von Antonio M. Xoubanova und die Serie Estudio elemental del Levante von Ricardo Cases, Foto: Tobias Laukemper

The Castle von Federico Clavarion und die Arbeit von Fosi Vegue, miteinander verschränkt, Foto: Tobias Laukemper

A von Alejando Marote und die Fortsetzung der Serie Estudio elemental del Levante mit Collagen von Ricardo Cases, Foto: Tobias Laukemper

Büchertisch am Ende der Halle, Foto: Tobias Laukemper