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Ausstellungsankündigung Haltmachen

Drei junge Fotografen/-innen der Ostkreuzschule zeigen in ihrer gemeinsamen Ausstellung Haltmachen Bilder der Unterbrechungen.  Die Fotografen/-innen laden vom 13. Mai bis 09. Juni 2017 zur Ausstellung im ORi in Neukölln ein.

Die drei ehemaligen bzw. noch Studenten/-innen Nils Lucas, Anna Szkoda und Claudia Bühler präsentieren drei thematisch unterschiedliche Arbeiten zu den Gesellschaftsphänomenen Kreuzfahrt, Nachtfahrverbot und der Verschwendung von Lebensmitteln. Es wird pausiert, ein Lager aufgeschlagen, runtergefahren und das Publikum kann daran teilhaben. Zur Eröffnung reichen die Fotografen-/innen aus geretteten Lebensmitteln selbst zubereitete Köstlichkeiten.

Nils Lucas:

Wohin die Reise geht, ist eigentlich egal – eine Kreuzfahrt.
Kreuzfahrten waren einst ein Luxus. Mit zunehmendem Fortschritt nähert sich der Kreuzfahrtmarkt dem Massentourismus an. Kreuzfahrten werden immer preiswerter und dadurch vielen zugänglich. Was bleibt dabei vom einstigen Luxus, den man mit Kreuzfahrtschiffen verbindet, bestehen?

Foto: Nils Lucas

 

Anna Szkoda:

Zwischen 22 und 6 Uhr herrscht Nachtfahrverbot – diese Vorschrift zwingt Berufskraftfahrer täglich die Ausfahrt gen Raststätte zu nehmen. Es ist der Ort, an dem die Fahrer das Lenkrad loslassen, abschalten und auftanken. Sie gehen ihren Ritualen zum Feierabend nach und stimmen sich auf die Nachtruhe ein. Vermeintlich Fremde stehen Reihe für Reihe nebeneinander bis es ihnen im Morgengrauen wieder erlaubt ist, weiterzufahren. Wo tagsüber Verkehrslärm und Betrieb herrscht, wird es nachts zwischen den Lastwagenschluchten fast unheimlich still.

Aus der Serie: 22/6, Foto: Anna Szkoda

 

Claudia Bühler:

Nicht ohne Grund ist der Begriff „Wegwerfgesellschaft“ regelmäßig Thema in der Medienlandschaft. Gar ein Drittel aller produzierten Lebensmittel landet in der Tonne, obwohl sie in der Regel noch in einwandfreiem Zustand sind. Dies passiert in großem Stil beim Produzenten, dem Zwischenhändler, wie dem Endverbraucher. Nun haben sich in den vergangenen Jahren mehrere gut vernetzte Szenen mit oftmals beträchtlichem politischem Aktivismus rund ums Thema Lebensmittelverwertung gebildet. Die Grenzen zwischen dem organisierten legalen Foodsharing und dem eher halblegalen Containern sind fließend. Doch der Hintergrund ist oft derselbe: Es ist ein Protest gegen die riesige Lebensmittelverschwendung, die aufgrund von Verpackungsnormen, übervorsichtigen Haltbarkeitsdaten und falschem Warenmanagement überall und jederzeit stattfindet.

Aus der Serie: wirf weg, Foto: Claudia Bühler

Mit Fotografien von: Nils Lucas, Anna Szkoda und Claudia Bühler.

Die Ausstellung findet im ORi statt, das vor etwa zehn Jahren ursprünglich als Fotolabor für der Ostkreuzschule gedacht war. Aus der Idee wurde jedoch ein Projektraum, der neben dem  Fotolabor zugleich auch Ausstellungsort und Ideenwerkstatt, Bar und offener Raum für künstlerische Aktivitäten, Kulturveranstaltungen und gesellschaftspolitische Diskurse ist.

Heute ist aus dem Fotolabor ein Fotostudio geworden. Auch die ehrenamtlichen Betreiber und Helfer sind im stetigen Wandel und führen das ORi als nicht-kommerziellen und unabhängigen Ort, der zum Ausdruck von Wandelbarkeit und Vielfältigkeit wurde.
Das ORi versteht sich und seine Mission als Ideenwerkstatt und Kulturtreffpunkt, Raum für künstlerische Auseinandersetzung, Wohnzimmerbar und Bühne. Es ist ein wandelbarer Ort, dessen Bedingungen, Inhalte und Grenzen immer wieder neu ausgehandelt werden.

Kuratiert wird die Ausstellung vom ehemaligen OKS Studenten Bernd Diekjobst aus der Bildredaktionsklasse 2016/2017.

Wann:
Vernissage: 13. Mai um 20:00 Uhr

Ausstellungsdauer: 13. Mai bis 09. Juni 2017

Wo:
ORi
Friedelstraße 8, 12047 Berlin, Germany

Beitragsbild: Anna Szkoda