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Fotografie trifft Textildesign

An der Ostkreuzschule für Fotografie fand im März 2017 ein Workshop mit Textildesignern/-innen der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle statt. Der Workshop wird einmal im Jahr in Zusammenarbeit mit Fotografiestudent/-innen der Ostkreuzschule abgehalten.

Es wird eine Auftragssituation konstruiert: Designer/-innen und Fotograf/-innen sollen in einer gemeinsamen Arbeit möglichst aussagekräftige Fotostrecken zu den Textildesigns erstellen, wobei auch die Faktoren Zeit, Umsetzbarkeit und Postproduktion im Auge behalten werden sollen. In diesem Jahr arbeiteten fünf Tage lang Fotografie- und Textildesign-Studenten/-innen gemeinsam unter der Leitung von Sebastian Lange, Dozent der OKS. In diesem Zeitraum wurden Konzepte entworfen, entwickelt, präzisiert und schließlich realisiert. Im Anschluss an diesen Artikel werden einige der wichtigsten Ergebnisse gezeigt.

Eine Frage, die sich sofort stellt, ist, worauf es ankommt, wenn man einen Stoff fotografiert. Wie Sebastian uns erklärt, geht es darum, die Grundüberlegung für das jeweilige Textildesign zu bedenken und in die jeweilige fotografische Umsetzung unbedingt einfließen zu lassen. Die Bandbreite von dem, was unter Textildesign zu verstehen ist, war dieses Jahr sehr hoch:

– Materialstudien zum Thema Lederersatz aus Pilzen (Daryna Matthias)

– schmuckhafte Entwürfe zum Thema „Fassade“ (Maria Mayer, Laura Spes, Marco Leitermann)

– 3D-Druck „Transparenzen“ (Anja Eilert, Martin Heiden, Uli Kaufmann)

Alle Stoffe, die fotografiert werden sollten, wurden direkt von den Textildesigner/-innen ausgewählt. Dazu haben einige Studenten ausgefallene Strategien angewendet, wie z. B. Stoffe unter Wasser zu fotografieren. Zum Beispiel hat Constanza Kramer zur Vorgabe „Mangel“ gearbeitet und „Wasserverbrauch in der Textilherstellung“ in ihrer Umsetzung thematisieren wollen. Paul Kirchmeyr hatte die Idee des Aquariums und der Flaschen um Wasser als endlich darzustellen. Die fotografische Umsetzung war da die Herausforderung. 

Textildesigner: Constanza Kramer
Fotograf: Paul Kirchmeyr

Textildesigner: Constanza Kramer
Fotograf: Paul Kirchmeyr

Textildesigner: Constanza Kramer
Fotograf: Paul Kirchmeyr

Als Kursleiter kümmert sich Sebastian natürlich auch um die Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Textildesigner/-innen und Fotograf/-innen. In der Tat weiß er lediglich nur wie viele Textildesigner/-innen am Kurs teilnehmen werden – die Themen, Designs und Persönlichkeiten kennen er und seine Teilnehmer der OKS vorher noch nicht. Nach einer ersten Kennenlernrunde und Vorstellung der Designs, einer ersten Ideensammlung und einem Protokoll der Arbeiten, erfolgt erst am nächsten Tag ein konkretes Teambuilding. Dies ist für Sebastian immer die spannendste Phase.

Die Frage, ob er einige besonders erwähnenswerte Arbeiten nennen kann, beantwortet Sebastian wie folgt: „Große Freude hat mir das Team Maria, Laura, Marco gemacht: Sie haben zusammen eine Location (Schrottplatz) gesucht, anfotografiert, Tipps beherzigt, Models organisiert, postproduziert, konsequent editiert“. 

Textildesigner: Maria Mayer
Fotografen: Laura Spes, Marco Leitermann

Textildesigner: Maria Mayer
Fotografen: Laura Spes, Marco Leitermann

Textildesigner: Maria Mayer
Fotografen: Laura Spes, Marco Leitermann

 

Textildesigner: Maria Mayer
Fotografen: Laura Spes, Marco Leitermann

Textildesigner: Maria Mayer
Fotografen: Laura Spes, Marco Leitermann

Eine andere Arbeit stammt von Johanna WinkelhoferClaudia Bühler und Anna Szkoda mit dem Namen „Irritation“.

Textildesigner: Johanna Winkelhofer
Fotografen: Anna Szkoda, Claudia Bühler

Textildesigner: Johanna Winkelhofer
Fotografen: Anna Szkoda, Claudia Bühler

Textildesigner: Johanna Winkelhofer
Fotografen: Anna Szkoda, Claudia Bühler

Textildesigner: Johanna Winkelhofer
Fotografen: Anna Szkoda, Claudia Bühler

Textildesigner: Johanna Winkelhofer
Fotografen: Anna Szkoda, Claudia Bühler

Textildesigner: Johanna Winkelhofer
Fotografen: Anna Szkoda, Claudia Bühler

Gefragt nach der Idee, die der Arbeit zugrunde liegt, und nach einer Erklärung, wie sie durchgeführt wurde, antwortet Sebastian, dass das Design von Johanna sich auf die Vorgabe „Störung“ bezog. Ihre Textilentwürfe haben z.B. kleine Drähte oder harte Nylonphasern eingewebt, die eine haptische Irritation verursachen. Das wird in den Serien wunderbar gezeigt!

Sebastian Lange wurde 1973 in Lemgo/Lippe geboren. Er studierte zuerst Biologie an der Gutenberg-Universität Mainz. Später studierte er Kunstgeschichte und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt und am Museum für Moderne Kunst. Im Jahr 2005 schloß er seine Fotografie Ausbildung am FaS Berlin bei Professor Arno Fischer ab. Er lebt und arbeitet in Berlin und unterrichtet an der Ostkreuzschule.