Facebook

Ankündigung – Ostkreuzschool International Summer Class

Vom 10. bis zum 30. Juli 2017 bietet die Ostkreuzschule Berlin zum ersten Mal eine international summer class an. Die summer class richtet sich an professionelle Fotografen/-innen, die vor Kurzem ihren Abschluss gemacht haben und an Studierende im Masterprogramm.

„Between parties and politics, conflict and comfort, asylum seekers and condo buyers …explore the ambiguity of Berlin through black and white photography!“ Das ist die Devise der summer class und sie lädt dazu ein, drei Wochen lang an einer Fotoreportage zum Thema „Berlin in black and white“ zu arbeiten. Von der Idee bis zur fertigen Reportage wird die Fotoarbeit von den Dozenten der summer class betreut. Die Teilnehmer/-innen werden nicht nur Berlin mit der Kamera entdecken und an ihren Fotoreportagen arbeiten, sondern darüber hinaus an einem abwechslungsreichen Programm mit Exkursionen und Vorträgen teilnehmen. Um etwas mehr über die summer class zu erfahren, sprach OKS-lab mit zwei Dozenten der summer class.

Ein Gespräch mit: Jessica Lennan, Fotografin und Grischa Meyer, Grafik-Designer.

Jessica Lennan und Grischa Meyer

OKS-lab: Wie ist die Idee zur summer class entstanden?

Grischa Meyer: Schon im vergangenen Jahr fand an der OKS ein Sommerworkshop statt, der von der Rhode Island School of Design veranstaltet wurde. Es kamen Studenten verschiedener Fachrichtungen von dieser renommierten Designschule, die sich für Fotografie (und sicher auch für Berlin!) interessiert haben. Durch das neue Schulhaus und ein wenig an den Erfahrungen des letzten Jahres »gewachsen«, wollen wir 2017 versuchen, selbst Gastgeber für Teilnehmer aus den USA, England und anderen Ländern zu sein. Die summer class findet deshalb in englischer Sprache statt.

OKS: An wen richtet sich die international summer class?

Jessica Lennan: Die summer class richtet sich bewusst an Fotografen, die nicht mehr in der Ausbildung sind, das heißt in der Regel nicht das Privileg haben sich ausschließlich auf die eigene künstlerische Arbeit zu konzentrieren. Durch die Teilnahme an der summer class, die ein reiches Programm an Unterricht und sozialen Aktivitäten anbietet, ermöglichen wir den Teilnehmern sich ausschließlich mit Fotografie auseinanderzusetzen, ein neues (internationales) Netzwerk aufzubauen und sowohl Erfahrungen, als auch fachliche und theoretische Kompetenzen für die fotografische Zukunft zu sammeln.

Aus der Serie berlin, Foto: Jonas Maron

OKS: Wer leitet die summer class?

Grischa Meyer: Es sind drei Kollegen der OKS – Jonas Maron, Nadine Nelken, Grischa Meyer – und eine Absolventin der OKS, die 2009 bei Ute Mahler ihren Abschluss gemacht hat: Jessica Lennan, die anschließend in Plymouth ihren Master in Fotografie bei Jem Southam gemacht hat und heute selbst in England unterrichtet. Sie hat bereits sehr viel zur inhaltlichen Vorbereitung der summer class beigetragen. Wir wollen das Programm gemeinsam gestalten und sehen uns als Anreger, Gesprächspartner und Mentoren.

OKS: Was ist das Ziel der summer class und was möchtet ihr den Studenten/-innen in den drei Wochen der summer class mitgeben?

Jessica Lennan: Das Ziel der summer class ist, den Teilnehmern sowohl Zeit, als auch fachliche und theoretische Unterstützung zu geben, sich vollständig auf die Fotografie zu konzentrieren und die eigene Bildsprache weiterzuentwickeln. Wir sind uns vollkommen dessen bewusst, dass wir innerhalb von drei Wochen keine tiefgreifenden Projekte erarbeiten können. Jedoch halten wir die Erfahrung, sich intensiv und ausschließlich mit einem fotografischen Thema nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch mit den Lehrern und Teilnehmern auseinanderzusetzen, wertvoll für jeden Fotografen und Künstler.

OKS: Das Oberthema der summer class lautet: „Berlin in black and white“. Sind die Teilnehmer/-innen ansonsten frei innerhalb dieses Themas an einer eigenen Idee zu arbeiten? Gibt es weitere Vorgaben zum Thema?

Jessica Lennan: Der Schwerpunkt ist, dass wir den Teilnehmern die Möglichkeit zum Lernen geben, das heißt, dass sie in einem professionellen und sozialen Rahmen Zeit haben, um Dinge auszuprobieren und sie kritisch zu reflektieren.

Grischa Meyer: Meine ideale Vorstellung ist, dass wir am Anfang mit den Teilnehmern eine Reihe von Ideen besprechen, ihnen aber wenige Vorgaben machen. Eher ist es mir wichtig durch Lectures, Spaziergängen, Gästen und Exkursionen den Blick und das Verständnis für die Stadt und ihre Probleme zu schärfen.

Aus der Serie berlin, Foto: Jonas Maron

OKS: Wie ist die Idee zu dem Thema „Berlin in black and white“ entstanden?

Grischa Meyer: Auch wenn es umstritten ist, glaube ich daran, dass die Schwarz-Weiß-Fotografie wegen ihrer grafischen Dimension eine formale Herausforderung darstellt. Und dann – »graphic« kann man ja auch mit »drastisch« übersetzen – scheint mir Berlin ein Ort mit vielen sozialen Spannungen und Widersprüchen zu sein, die sich oft noch unter einer bunten und glatten Oberfläche verbergen. Ein Ausgangspunkt für die Idee war auch der experimentelle Film »Berlin Sinfonie einer Großstadt« von 1927 und seine Bildsprache.

OKS: Wird es eine Abschlusspräsentation oder Ausstellung der entstandenen Arbeiten geben?

Grischa Meyer: Ja, am Ende der drei Wochen wird es eine öffentliche Abschlusspräsentation und sicher auch ein schönes Fest geben. Aber bis es soweit ist, müssen wir erreichen, dass unser Angebot so weit wie möglich verbreitet wird. Bis zum 30. April kann man sich anmelden und das ist keine lange Zeit. Deshalb bitte ich alle OKS-lab-Leser, Blogger und Re-Blogger, die summer class in den sozialen Netzwerken zu verbreiten, auf die Website zu verweisen und so viel wie möglich »Reklame« zu machen.

Weitere Informationen und alle wichtigen Hinweise zur Bewerbung unter: http://www.ostkreuzschule.de/index.php/summerclass/ 

Die Bilder in diesem Beitrag stammen von Jonas Maron, der ebenfalls an der summer class unterrichten wird. In seiner Serie „berlin“ zeigt er die Stadt in stimmungsvollen und poetischen schwarz-weiß Bildern. 

Jessica Lennan studierte Fotografie an der Ostkreuzschule für Fotografie bei Ute Mahler und an der Plymouth University in England, wo sie heute selbst als Dozentin lehrt.

Grischa Meyer studierte Grafik-Design an der Kunsthochschule Berlin und arbeitet als Grafik-Designer und Autor in Berlin. Seit 2006 unterrichtet er an der Ostkreuzschule Berlin Design.