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OKS-lab fragt…

In der Serie «OKS-lab fragt …» beantworten Dozenten, Fotografen, Macher und Absolventen der Ostkreuzschule Fragen zu ihrer Arbeit, ihrer Beziehung zur Fotografie und Lebensart.

Ein Gespräch mit:

Matthias Durynek, Fotograf, Studierender im 5. Semester an der Ostkreuzschule

Was unterscheidet die Bildauswahl eines Fotografen zu einer Reportage über das RBB Kulturradio von der Auswahl der Radiomachenden selber? Eine Antwort geben die beiden Serien von Matthias Durynek. Die Eine ist aus der Sicht des Fotografen selbst entstanden, die Andere „so wie sich das Kulturradio selber sieht“.


OKS: 
Du hast die Möglichkeit bekommen, exklusiv die Arbeit eines Radiosenders fotografisch zu begleiten. Wie kam es dazu?

Matthias Durynek: Im Rahmen des European Month of Photography (EMOP) hat das RBB Kulturradio einen internen Aufruf an die Ostkreuzschule gestellt, mit der Anforderung eine Reportage zum Thema “Ein Tag im Kulturradio” zu schießen. Dafür wurde ich ausgewählt.

Bei deiner Arbeit bist du auf zwei unterschiedliche Aspekte eingegangen: Zum Einen hältst du den Tagesablauf im Kulturradio fest. Zum Anderen zeigst du Stilleben im Sender. Wie kam es zu dieser Idee?

Die gestellte Aufgabe war es, einen typischen Tag im RBB Kulturradio festzuhalten – den Tagesablauf aus der Sicht der Moderatoren und Mitarbeiter. Die entstandenen Stillleben dagegen zeigen meine persönliche Wahrnehmung der Atmosphäre in diesen Räumlichkeiten. Diese beiden separaten Bildstrecken waren bereits im Konzept der Bewerbung vorgesehen.

Inspiriert hat mich persönlich vor allen Dingen der Art déco Bau der zwanziger Jahre und das Interieur der Studios.  Die Stillleben, die Szenerie der Technik und Apparatur hinter den Kulissen zu fotografieren, entspricht eher meiner persönliche Bildsprache.

Worin unterscheiden sich die beiden Serien deiner Meinung nach besonders?

Die Bilder für die erste Galerie “so, wie wir uns sehen” wurden nach meiner Vorauswahl von den hauseigenen Onlineredakteuren kuratiert. Gezeigt wird ein Tag aus der Sicht der Mitarbeiter, der Prozess und die Menschen hinter den Kulissen. Meine Serie ist eher sachlich und situativ und nimmt das vorgefundene Bild auf.

Brauchten die Mitarbeiter lange um sich an dich zu gewöhnen? Die Bilder der Personen wirken sehr authentisch. Wie hast du es geschafft, dass sie dich scheinbar gar nicht bemerken?

Mir ist es gelungen, den strengen Ablauf und die sensible Geräuschkulisse nicht zu stören und somit meine Arbeit im Hintergrund zu leisten. Einen enormen Vorteil hat der ‘Silent Shutter’ geschaffen – ein Modus der Kamera, bei dem man das Geräusch des Verschlusses nicht hören kann. Nur so war es überhaupt möglich live bei den Sendungen dabei zu sein und dort zu fotografieren.

Hast du ein Feedback vom Radio zu den Bildern bekommen?

Das Feedback war sehr positiv. Die Programmchefin Verena Keysers hat sich besonders interessiert und begeistert gezeigt und mir sogar ermöglicht meine Arbeit in ihrem Büro im Haus des Rundfunks dauerhaft auszustellen. Auch die öffentliche Ausstellung im Ori in Kooperation mit dem Bildredakteur Bernd Diekjobst und dem Kollektiv AB_Sicht ist daraus resultiert.

Blick in die Ausstellung „Radio“ im Ori – die Auswahl zeigte einen Mix aus beiden Serien

Welches Lied würdest Du gerne im Radio hören?

Ich würden gerne Talking Heads mit „This must be the place (Naive Melody)“ hören.

Matthias Durynek  wurde am 14.04.1985 in Polen geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Eichstätt, Süddeutschland. Seit 2009 lebt und arbeitet er in Berlin. Gegenwärtig studiert er im 5. Semester Fotografie an der Ostkreuzschule

Die Ausstellung „Radio“ aus dem RBB Kulturradio von Matthias Durynek war vom 04. – 24. März 2017 im Ori in der Friedelstraße 8 in 12047 Berlin zu sehen.

Alle Fotos von Matthias Durynek.