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Ausstellungsankündigung LIDIA UND DIE ANDEREN

Die OstkreuzFotografin Sibylle Fendt bot in ihrem Seminar Langzeitporträt an der Ostkreuzschule für Fotografie 12 Seminarteilnehmern/-innen die Möglichkeit, sich über einen längeren Zeitraum mit einem Menschen bzw. einem Paar oder auch einer Familie fotografisch auseinanderzusetzen. In insgesamt 12 Kurseinheiten lernten sie die Vorzüge, aber auch Schwierigkeiten kennen, über längere Zeit mit der/den gleichen Person(en) zusammenzuarbeiten. Im Kursverlauf schärften die Kursteilnehmer/-innen die eigene Bildsprache und setzten sich intensiv mit den gewählten Themen auseinander. 

In der Gruppenausstellung LIDIA UND DIE ANDEREN präsentieren die Seminarteilnehmer/-innen ihre Arbeiten. Das Themenspektrum der ausgestellten Arbeiten könnte dabei kaum größer sein. Von der Auseinandersetzung mit bestimmten Krankheitsbildern, intimen Porträts über die Familie, die Nachbarschaft und den Freundeskreis bis hin zu abstrakten Portaits in Form von Stillleben sind die Ansätze der Fotografen/-innen sehr unterschiedlich und zeigen vor allem, wie vielseitig das Genre des Langzeitporträts bearbeitet werden kann. So divergieren die Arbeiten stark in der Herangehensweise und technischen Umsetzung, die konzeptionelle Tiefe ist in allen gezeigten Arbeiten spürbar und auf einem hohen Niveau.
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Aus der Serie Gather yourself!, Foto: Linda Lobenstein

Linda Lobensteins Serie Gather yourself! (deutsch: Nimm dich zusammen!) ist eine Momentaufnahme aus dem Leben von Robert Gather. Die fotografische Momentaufnahme verlangt in ihrer historischen Bedeutung kurze Belichtungszeiten. Für Gather yourself! arbeitete Linda Lobenstein meist mit längeren Belichtungszeiten, was zu einer leichten Bewegungsunschärfe in einigen Aufnahmen führt. In anderen Bildern scheint die Schärfe verrutscht. Das Spiel mit der (Un-)Schärfe in der Serie steht sinnbildlich für die Frage nach dem Fokus im Leben sowie dessen Notwendigkeit und Verschiebung im Laufe der Zeit.
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Aus der Serie Einfach Leben, Foto: Alexandra Grünbaum

Die Foto-Reihe Einfach Leben von Alexandra Grünbaum hinterfragt die Selbstverständlichkeit von der Entstehung und Entwicklung des Lebens, die wir oft haben. Die Arbeit zeigt Stationen, die so in der Vorstellung von Schwangerschaft und den ersten Lebenstagen eines Kindes in unserer Gesellschaft selten thematisiert werden.
Aus der Serie Hobart, Foto: Erik Irmer

Aus der Serie Hobart, Foto: Erik Irmer

Erik Irmer geht in seiner Arbeit Hobart nicht auf eine bestimmte Person ein, sondern schafft eher ein Gefühl für einen Charakterzug.

Aus der Serie Aloys,  Foto: Peter Kagerer

Aus der Serie Aloys, Foto: Peter Kagerer

Peter Kagerers Interesse gilt Menschen, die für sich eine Nische finden, jenseits vom „Nine-to-five-Denken“. Menschen, die sich darin wohl fühlen und trotz aller Widerstände gut davon leben können. Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und ein gesundes Rollenverständnis sind die Grundvoraussetzungen für ein solches Leben.
In seiner Serie Aloys porträtiert Peter Kagerer deshalb einen  Zweirad-Mechanikermeister, der mit einer rollenden Werkstatt über die Berliner Märkte fährt, um vor Ort alles, was zwei Räder hat, wieder zum Laufen zu bringen. Im Winter arbeitet er in der Garten- und Landschaftspflege.
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Aus der Serie Das werde ich dir büßen, Foto: Eva von Schirach

In der Arbeit Das werde ich dir büßen porträtiert Eva von Schirach zwei Geschwister und gewährt dabei einen Einblick in eine Fantasiewelt mit eigenen Regeln.

,,Im Garten der Kindheit gibt es nur dich und mich. Die Stadt wurde weggesprengt von einem Meteoriten. Ein Riese hat die Menschen aus den Trümmern gerissen und ins All geschleudert. Du bringst mir einen Hasen mit. Weil wir Tiere mögen. Ganze Wildschweine werden von uns verschlungen. Wir sind beide stark. Im Garten der Kindheit ist es total gerecht. Wenn du dich an keine Regeln hältst, dann halte ich mich auch an keine. Im Garten der Kindheit gibt es nur dich und mich. Komm. Bleib. Hau rein.“ – Eva von Schirach

Aus der Serie Eine Junge Familie im Schwarzwald, Foto: Martin Hufnagel

Aus der Serie Eine Junge Familie im Schwarzwald, Foto: Martin Hufnagel

Martin Hufnagel widmet sich in seinem Projekt Junge Familie im Schwarzwald einem jungen Ehepaar und ihren beiden Kindern, die ihre Vorstellung von einem naturverbunden Leben auf einem Bauernhof in Münstertal/Schwarzwald unweit von ihren Elternhäusern verwirklichen. Die in der Ausstellung gezeigten Bilder sind eine fotografische Annäherung an die Vorstellung von Naturverbundenheit der jungen Familie.
Aus der Serie Hilmar– Mein Traum, Foto: Tanja Liebrucks

Aus der Serie Hilmar – Mein Traum, Foto: Tanja Liebrucks

In ihrer Arbeit Hilmar – Mein Traum porträtierte Tanja Liebrucks ihren Nachbarn, der sich nach der Vergangenheit mit seiner Frau und den beiden Kindern sehnt. Wissend, dass die Uhr sich nicht zurückdrehen lässt – hoffend, dennoch Glück zu finden.

Aus der Serie Lidia – Ein Tag wie dieser vergeht nie Foto: Nina Naußed

Aus der Serie LidiaEin Tag wie dieser vergeht nie, Foto: Nina Naußed

Die Porträtreihe Lidia – Ein Tag wie dieser vergeht nie von Nina Naußed zeigt das Leben einer Künstlerin, das Besondere im Alltäglichen und die Freude an den kleinen Dingen des Lebens.
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Aus der Serie One Another, Foto: Charlotte Bröcker

Die Arbeit One Another ist für Charlotte Bröcker eine Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als Elternteil, in die sie sich erst hineinfinden muss, da sie sich selbst oft noch nicht erwachsen fühlt.
Ihr jüngerer Sohn ist mit einer Körperbehinderung auf die Welt gekommen, der ältere ist Autist.
Seit mehren Jahren fotografiert Charlotte Bröcker ihre Söhne. Die Momentaufnahmen aus ihrem Alltag zeigen ihren Blick auf die Persönlichkeit der beiden Kinder. Sie beobachtete, wie sie in die Welt hineinwuchsen und reflektierte dabei die eigenen.

Aus der Serie See you from the deathbed Foto: Victor Kataev

Aus der Serie See you from the deathbed, Foto: Victor Kataev

Für die Serie See you from the deathbed begleitete Victor Kataev Menschen, die krankheitsbedingt auf eine Organtransplantation angewiesen sind. Das Projekt ist ein Versuch zu verdeutlichen, dass eine Organtransplantation eigentlich keine chirurgische Operation ist. Es ist vielmehr das Leben davor und danach. Die Operation bleibt nur ein technisches Hilfsmittel. Die Fotografien zeigen kurze Augenblicke aus dem Leben verschiedener Menschen auf dem Weg zu einem neuen Leben.
Aus der Serie A home in the forest, Foto: Fynn Rettberg

Aus der Serie A home in the forest, Foto: Fynn Rettberg

In der fotografischen Arbeit A home in the forest porträtiert Fynn Rettberg ihre Eltern und zugleich den Raum der eigenen Kindheit, den dichten Kiefernwald, den nahen See sowie die stille Melancholie eines Lebens in und mit der Natur. Seit mehr als 40 Jahren leben Gerda und Karl an diesem Ort, mit Kindern und ohne, mit sich und immer wieder dem Lauf der Jahreszeiten.

Aus der Serie natur. gewalten. Teilung, Foto: Judith Weber

Aus der Serie natur. gewalten. teilung, Foto: Judith Weber

Judith Weber stellt Arbeiten aus ihrer Serie natur. gewalten. teilung vor, in der sie ihren Freund, den in Berlin lebenden Norweger Truls Krane Meby, porträtiert. Die Bilder zeigen alltägliche Szenen und Momente aus dem Leben eines jungen Mannes und geben so einen persönlichen Einblick in dessen komplexe Gefühlswelt. In ihrem fotografischen Langzeitprojekt versucht Judith Weber, die verschiedenen Facetten dieses widersprüchlichen Charakters einzufangen: den naturverbundenen Inselbewohner und den erlebnishungrigen Großstadtmenschen, den ewig Unruhigen, der sich nach Ruhe sehnt.

Aus der Serie We are Traffic! Foto: Gittl la Mar

Aus der Serie We are traffic! Foto: Gitti la Mar

In seiner Bildstrecke We are traffic! geht Gitti la Mar auf die weltweite Bewegung Critical Mass ein, bei der sich jeden letzten Freitag im Monat Fahrradfahrer/-innen treffen, um auf den Radverkehr aufmerksam zu machen. Die Bewegung fordert mehr Rechte, eine bessere Infrastruktur und mehr Platz für Radfahrer/-innen.

 

Wann: 17. – 20. März 2016

Vernissage: Donnerstag, 17. März 2016 ab 19 Uhr

Wo: Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin.

Mit Arbeiten von: Linda LobensteinErik IrmerPeter Kagerer, Eva von Schirach, Alexandra Grünbaum, Martin Hufnagel, Manja Liebrucks Nina Naußed, Charlotte Bröcker, Victor KatevFynn RettbergJudith Weber und Gitti la Mar.

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Informationen zum Seminar: Langzeitporträt

Die Dozentin Sibylle Fendt ist als Fotografin Mitglied der Agentur Ostkreuz und unterrichtet seit 2008 an der Ostkreuzschule für Fotografie. Seit 2007 erhielt sie daneben mehrere Lehraufträge. Derzeit unterrichtet sie auch an der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Gestaltung.