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#achtensPREVIEW: „Anna Konda, der Female Fightclub“

Was hat der achte Jahrgang zu sagen?

Wenn jährlich im Herbst die Abschlussklasse zur Vernissage lädt, sehen Fotografen und Bildredakteure, Freunde und Förderer der OKS gezielt hin, welche Themen die Studenten a. D. in die Welt tragen, und mit welcher Bildsprache? Angehende Absolventen haben uns zur „Sneak Preview“ geladen und geben Einblick in ihre Arbeit „in progress“. Ob als Bildstrecke oder Multimedia-Interview – immer unerwartet.

#KATARZYNA MAZUR, Fotografin Abschlussklasse 2014

 
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„Ich war auf der Suche nach Motiven des menschlichen Körpers. Was sich mir im Laufe meiner Recherche offenbarte, waren Frauen, die aus verschiedenen Gründen ihren Körper zum Heiligtum erklärten: Als Statement zum Frauenbild der heutigen Zeit, Beweis für die Einigkeit von Weiblichkeit und Stärke, oder Mittel, um gesehen und begehrt zu werden.“  In ihrer Arbeit versucht Katarzyna Mazur, das verbindende Element zu erfassen: die Lust am Kampf.

OKS-lab: War es schwierig, Zugang zu den kämpfenden Frauen zu finden?
Katarzyna Mazur: Ich hatte eine grobe, thematische Richtung, in die ich gehen wollte, und recherchierte nach Kampfsport-Clubs in Deutschland. Per Zufall bin ich dann auf den Female Fightclub gestoßen und habe sofort die Gründerin, Anna Konda, kontaktiert. Sie ist Pressekontakt schon gewohnt und sagte relativ schnell für ein erstes Treffen zu. Auf emotionaler Ebene war es komplizierter, weil man sich nur kurz vor und nach dem Kampf unterhalten konnte. Es gab auch nicht die Möglichkeit, die Kämpferinnen außerhalb zu treffen, da viele privat sehr eingespannt waren und die Zeit nicht gefunden haben. Erst jetzt kann ich sagen, dass ich meine zwei Protagonistinnen gut kenne.

Was war die größte Herausforderung bei dem Projekt?
Bei meinen bisherigen Projekten hatte ich genug Zeit, die Protagonisten kennenzulernen und Vertrauen zu schaffen, bevor ich sie fotografisch begleitete. In diesem Fall war es genau anders herum, weswegen für mich die größte Herausforderung darin bestand, zu erkennen, wo meine Grenzen lagen: Was kann ich mir erlauben? Wie weit kann ich gehen? Vertrauen sie mir? Dieses Projekt erfordert sehr viel Sensibilität, weil sich die Szene in einer Grauzone bewegt und viel Raum für Interpretationen lässt. Da ist es wichtig, sich der eigenen Rolle als Fotografin bewusst zu werden und jedes Mal mit neuem Interesse und Offenheit heran zu gehen, wie am ersten Tag.

Wo finden solche Kämpfe statt? In Sporthallen oder privaten Räumen?
Normalerweise finden die „Sessions“ in einem angemieteten Raum auf einem Industriegelände in Berlin-Marzahn statt.

Kommt es auch zu Verletzungen bei den Kämpfen?
Es gibt auch schon mal blutige Nasen oder verstauchte Zehen. Wie bei jeder anderen Kampfsportart lassen sich Verletzungen nicht vermeiden. Die Frauen nehmen aber Rücksicht aufeinander und pausieren einen Kampf, wenn es nötig ist.

Arbeitest Du an dem Thema noch weiter oder ist es abgeschlossen?
Es gibt noch viele Kämpferinnen, die ich gerne fotografieren möchte. Visuell ist das Thema für mich noch nicht erschöpft, und ich möchte noch vieles ausprobieren.

 
Die Abschlussklasse 2014 lädt zur Vernissage am: 17. Oktober 2014, 19 Uhr, SEZ Berlin.
Vom 18. bis 26. Oktober wird die Abschlussausstellung dort zu sehen sein.

Katarzyna Mazur (Klasse Ludwig Rauch), 1987 in Koło/ Polen geboren. Nach einem Kunst-Seminar und -Studium in Thorn und Potsdam lebt sie heute in Berlin.
www.katarzynamazur.com

#achtens PREVIEW ist eine Gemeinschaftsproduktion der OKS-Absolventen ‚Bildredaktion‘ Matthias Erfurt, Massimo Rodari, Alena Siamionava und Annette Streicher mit der Abschlussklasse 2014.
Besonderer Dank für die Koordination: Nancy Göring